Mecklenburger Blitz Verlag

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Wollust in der Kirche!

07.03.2019, Hartwig Niemann, Rostock

Anscheinend wollte das Nordmagazin in der Sendung vom 06.03.2019 um 19.30 Uhr mit dem Bericht von Lena Gürtler und Siv Stippekohl zum Thema „Wie Kindesmissbrauch in der DDR vertuscht wurde“ mit einem Beitrag von „Arte“, der am 05.03.2019 gesendet wurde, gleichziehen.

Dieser Arte-Beitrag war ein Beitrag der Superlative und zeigte schonungslos anhand von mehreren konkreten Beispielen auf, mit welcher Perversität in der Katholischen Kirche nicht nur Kinder, sondern auch Nonnen missbraucht wurden und noch werden.

Die Katholische Kirche hat sich schon etwas dabei gedacht, als sie den Zölibat einführte. Erst jetzt nach dem immer mehr Missbrauchsfälle bekannt geworden sind diskutiert man auf einmal über den Zölibat. Die Katholische Kirche ist anscheinend prädestiniert für Missbrauchsfälle. Solche Vorfälle gab es schon in den 50er Jahren. Ca. 800.000 Heimkinder wurden damals in staatlichen und kirchlichen Einrichtungen der alten BRD sexuell missbraucht und erhielten Schläge im Namen des Herrn.

Kindesmissbrauch war schon 2010 ein tägliches Thema. Damals gab es sogar schon einen runden Tisch unter der Leitung von Antje Vollmer, weil es vor 1968 schon sexuellen Missbrauch in der BRD gab.

Wenn es Kindesmissbrauch in der DDR gegeben hat, dann sollte man die Karten auf den Tisch legen und sich nicht so verhalten wie in dieser Sendung vom Nordmagazin. Das ist kleinlich und jämmerlich.

Die Formulierungen im Nordmagazin jedenfalls in Verbindung mit einem angeblichen Beispiel (kann durchaus möglich gewesen sein und ist deshalb nicht bestreitbar). Das ist aber kein Grund für eine Verallgemeinerung, die mit den Bemerkungen verbunden wurde: „Missbrauch passte nicht in die sozialistische Moral. Offiziell gab die DDR sich kinderfreundlich. Was nicht in dieses Bild passte wurde vertuscht. Doch vermutlich erlebten 40 % der DDR-Heimkinder sexuelle Gewalt. Viele schweigen bis heute.“

Mit so einer nicht belegbaren Formulierung in die Öffentlichkeit zu gehen, halte ich für eine Impertinenz, die ich auf jeden Fall persönlich verurteile. Wenn die Beweislage fehlt, dann hört endlich einmal auf mit diesen Verleumdungen. Was in diesem Zusammenhang natürlich nie vergessen wird, dass die Verantwortliche für die Stasiunterlagen ihren „Senf“ dazu geben muss. Warum eigentlich?

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