Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Wo bleibt die Sicherheit?

12.04.2018, Christa Odya, Rostock

Bei unserem letzten Ausflug nach Warnemünde nutzten meine Tochter und ich ab Lütten Klein einen schönen neuen S-Bahn-Zug. Wir standen ein einem Eingang, wo es viel Gedränge beim Aus- und Einstieg gab – u. a. eine Menge Fahrräder. Wir schoben uns mit anderen hinein, als sich die Tür bereits schloss. Meine Tochter drehte sich um und sah einen älteren Herrn im Rollstuhl am Eingang auf dem Bahnsteig. Sie versuchte, die Tür wieder zu öffnen. Keine Chance – der Zug fuhr ab. Das tat uns unendlich leid. Außerdem dachte meine Tochter an unseren Jüngsten, der sich trotz Ermahnung manchmal plötzlich losreißt und seiner eigenen Wege geht. In Warnemünde ging meine Tochter zum Führerstand, um mit dem Fahrer zu sprechen. Sie erfuhr, dass nur eine halbe Minute für den Halt an einer Station zur Verfügung steht. Da ihr der Fahrer ziemlich betreten von dem Vorfall erschien, fragte sie ihn, ob er überhaupt den Rollstuhlfahrer sehen konnte. Er verneinte dies. Sicher ist es schwierig, bei einem langen Zug alle Eingänge im Blick zu haben. Aber beim heutigen Stand der Technik muss es doch möglich sein, dem Fahrer eine ausreichende Sicht zu gewährleisten, wenn Bahnpersonal, was im sonstigen Zugverkehr für die notwendige Sicherheit sorgt, bei der S-Bahn eingespart werden muss.

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