Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Wirtschaftswunderjahr

05.11.2018, Anonym, Rostock (Name dem Verlag bekannt)

Man darf fragen, wie das deutsche Wirtschaftswunder möglich wurde. Der aktuelle Bundespräsident Steinmeier war Koordinator eines Gesetzes (SPD/Grüne), das arbeitslose Mitbürger, die über Jahre oder Jahrzehnte Beiträge zur Arbeitslosenversicherung eingezahlt hatten, zu bittstellenden Sozialhilfeempfängern degradierte. Diese Missachtung menschlicher Leistungen und Verdienste hatte eine Tragweite bezüglich der SPD-Wählerschaft bis heute. Bis heute gereichte dies aber einer Partei zum Vorteil, die den Nutzen verwaltet. Mit dem Erfolg, dass es über eine Million Millionäre gibt und die Staatsverschuldung mehr als eine Billion Euro beträgt.

Milliardäre und Multimillionäre verstärkten mittels der Banken den Kauf hochverzinslicher Staatsanleihen, wofür Steuerzahler heute Milliarden Euro an Gläubigerzinsen bezahlen. Der Inflationstrieb des Geldkapitals regiert systemisch die Wirtschaft und Politik. Die Vergütungsunterschiede für Produkt­arbeit bzw. deren Verwaltung seitens Manager-Vorständen nahmen jenseitige Ausmaße an. Wo kein Kläger, da kein Richter. Daher ist die Armutsgefährdung von Millionen Kindern und Erwachsenen durch Niedriglöhne/Hartz IV kein Thema der Eliteparteien. VW-Chef Winterkorn z. B. erhielt 7.000 Euro je Werktag. »Einer trag des anderen Last.« Wie wohl für die Wohlhabenden. Mittlerweile gibt es eine »Alternative«, die nicht nur das Wahlvolk, sondern auch die Seelen einzelner Menschen spaltet. Im Hinblick auf das »alternative« Faktenangebot (mittels Protest ohne Lösung) wäre der berechtigte Zweifel ein Weg der Erkenntnis und ein Schutz vor Gleichgültigkeit. Hinreichend bekannt ist, dass Fakten nicht an sich, sondern nur in Zusammenhängen existieren. Volksvertreter, die das Volk »zurückholen« wollen, brauchen Gewissensfreiheit, um in ihrer Argumentation die Faktenzusammenhänge zu verkürzen, zu verschweigen bzw. zwecks Rechtfertigung umzubewerten. Seit geraumer Zeit schlingert die Welt der Lobbyisten und Demokraten in einen verfänglichen Zustand. Ständiges Wachstum und das entsprechende Wohlstandsgefälle bedingen den schleichenden Wandel zur Endlichkeit von Ressourcen und Lebensräumen. Die globalen Wirtschaftssysteme und die steigende Weltbevölkerung verhindern ausreichenden Umwelt-und Klimaschutz. Naturkatas­trophen, Verödung von Land- und Waldflächen, Ermangelung von Nahrung und Trinkwasser zwingen Millionen Menschen zur Migration. Schicksalsfrage: Retten die Kapitaleigentümer per Selbstregulierung die Welt oder wäre das soziale Produktiv­eigentum die Lösung? Die volkseigenen Verhältnisse (K. Marx) brachten weder dauerhafte Triebkräfte noch Motivation. Unverzichtbar scheinen heute Leistungsprinzip, innovative Potenz, Konkurrenz und die millionenfache Angst vor Erwerbslosigkeit. Billiglöhne, Leiharbeit und »Werksverträge« taten das Übrige. Das Jahr 2017 war daher kein Wunder, aber das Jahr unerreichter Rekorde: Ca. 61 Milliarden Euro Dividendenausschüttung und fast 250.000 neue Millionäre!

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