Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Wirtschaftsinteressen und Menschenrechte

21.07.2011, Dr. Hans Bomke, Schwerin

Nach der Wolga-Schiffskatastrophe wurde ermittelt, dass etwa 90 Prozent der russischen Binnenflotte, 9000 Schiffe ausge­mus­tert werden müssten. Wäre dies nicht ein profitables Geschäft für die deutsche Werftindustrie und somit Anlass für die gut russisch sprechende deutsche Kanzlerin, sich um Schiffbau-Aufträge bei den Russen zu bemühen? Nein, statt dessen ist der Verkauf von 200 Leopard-Kampfpanzern an Despoten in Saudi-Arabien vorgesehen, gedacht zur Unterdrückung von Demokratiebewegungen im Inland und in den Nachbarstaaten. So sichert man sich benötigte Öllieferungen: Vorfahrt für deutsche Wirtschaftsinteressen ohne Rücksicht auf Menschenrechte und vorbei an Rüstungsexport-Richtlinien. Und wiederum ist Erdöl auch der Grund für das Geschäft mit Korvetten für Angela, das trotz seines Ölreichtums ein armes Land blieb mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 48 Jahren! In den Geschichtsbüchern meiner Schulzeit nannte man dies alles »Imperialismus«. Das gilt noch heute, zumal die Kanzlerin versicherte, solche Länder blieben ein »strategischer Partner Deutschlands«. Die deutschen Waffenschmieden werden im nächsten Wahlkampf sicherlich nicht Frau Kanzlerin vergessen. So wird’s gemacht.

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