Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Windräder nur in Eignungsgebieten?

23.06.2015, Udo Cimutta, Steinfeld
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "»Aufstellung nur in Eignungsgebieten erlaubt«"
im Rostocker Blitz vom 21.06.2015

Grundsätzlich dürfen Windräder nur innerhalb von besonderen Eignungsgebieten aufgestellt werden … Grundsätzlich! Wie bei jeder Regel, gibt es auch hier Ausnahmen. Ausnahmen, die bei den Windradbetreibern wohl bekannt sind. Schließlich betreiben die das Geschäft als Vollprofis. Die einfachste und populärste Ausnahme der Regel, ist die Errichtung einer Windmühle als Prototyp. Eine kleine technische Veränderung und schon ist die Innovation perfekt. Einen Prototyp kann man außerhalb von Eignungsgebieten errichten. Das kommt vor. In Mecklenburg-Vorpommern ziemlich oft. Es dient ja der Forschung und Entwicklung und somit dem Fortschritt. Wer will sich dem schon verschließen. Wenn sich dann so eine Prototyp-Windmühle außerhalb der vorgeschriebenen Gebiete dreht, dann kommen die Raumordner. Denn es muss ja alles seine Ordnung haben in der Raumordnung.

»Arrondierung«. Ein schöner Begriff. Die Raumordner lieben ihn. Ruckzuck wird um die Prototyp-Windmühle ein Eignungsgebiet herum »arrondiert«. Die Mühle wird ins Gebiet integriert und ist dann gleich einmal kein Prototyp mehr. Und wo noch kein Eignungsgebiet war, da ist jetzt eins. So geht so etwas, mit den grundsätzlichen Grundregeln in der Welt der Windenergie. Warum man die Mühlen nicht einfach weit weg aufs freie Land platziert, wo sie niemanden wirklich stören? Tja, so eine hochsubventionierte Windanlage kostet, da will man doch nicht unnötig Kohle für energiefressende Kabelstrecken zum nächsten Einspeisungsknoten ausgeben. Da die großen Energienetzknotenpunkte auch da sind, wo die Menschen in Städten und Gemeinden leben – deswegen drehen auch die Windmühlen-Wälder ganz in deren Nähe.

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