Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Wie oft noch

18.07.2017, Dr. H. Bomke, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Wo bleibt der Protest?"
im Schweriner Blitz vom 18.07.2017

Zu »Wo bleibt der Protest?«, Blitz vom 9. Juli.

Wie oft soll hier eigentlich noch der Versuch der Herabwürdigung einer Religion zu lesen sein, zumal sich danach der Angegriffene zu einer verzweifelten Verteidigung veranlasst zu sein glaubt? Ein Satz im Leserbrief endet mit »... jeder Terrorist ist ein Moslem.« Terror ist meines Wissens eine Methode, durch systematische Erzeugung von Angst und Schrecken Machtansprüche gewaltsam durchzusetzen. Auch in Deutschland gab es Fälle, in denen durch Mordanschläge und ähnliche terroristische Mittel in anarchistischer Weise politische Ziele angestrebt wurden. Man denke nur an die RAF- und NSU-Straftaten. Die Unterstellung, rücksichtsloses Vorgehen sei kennzeichnend für einen Moslem, Anhänger des Islam, ist nicht hinnehmbar. Verbrechen und Religion stehen in keinem direkten Zusammenhang. Straftaten sind Menschenwerk. Ob es um Hexenverbrennungen im Mittelalter, um Atombombenabwürfe 1945 auf Hiroshima (80000 sofort Getötete) und Nagasaki oder um terroristische Gewalttaten anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg geht - es sind immer Menschen als Verursacher, keine Religionen.

Dr. H. Bomke, Schwerin

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.