Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Wie man sich bettet

08.07.2015, Siegfried Spantig, Hagenow

Wir können das drehen und wenden wie wir wollen, aber die immer geringer werdende Zahl der Wahlbeteiligten können wir nicht auch noch auf die Regierung schieben, ihr außerdem den Schild »Politikverdrossenheit« umhängen. Es ist vielmehr – unter anderem – nicht zu verantwortende Gleichgültigkeit.

Der Lauf der Menschheit auf unserem Planeten denkt nicht daran, deshalb auch nur eine Sekunde inne zu halten. Was gestern war, ist heute nicht mehr. Ob zerlumpt oder in Samt und Seide gehend, alle sind diesem Wandel unterworfen. Die Frage ist nur, was machen wir aus unserer Zeit. Nehmen wir den zur Zeit herrschenden Kapitalismus: Er war nicht, er kam. Und? Und je gefährlicher er für die Menschheit wird, umso näher bringt er sich selbst an die Absturzkante. Aber den letzten Schubs muss man ihm schon geben. Und sage keiner, Wahlen können dabei nicht förderlich sein. Wenn dem so wäre, könnte man mit uns Menschen machen, was man wollte. Und Demokratie ist mehr, als nur zur Wahl zu gehen. Zum Beispiel bedauert es mich noch heute, dass kein Hagenower auch nur einen Finger rührte, als ein Gremium zum Erhalt des schönen Kreiskulturhauses aufrief. Es gilt noch immer der Satz: Wie man sich bettet.

Siegfried Spantig, Hagenow

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