Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Wie lange noch in den Krieg ?

27.03.2018, Reiner Luchterhand, Weisin

Der Deutsche Bundestag hat am vergangenen Donnerstag wieder einmal beschlossen, noch mehr deutsche Soldaten in den Krieg zu schicken. Das Wort "Krieg" wird natürlich nicht verwendet, es klingt einfach zu brutal und könnte Fragen provozieren. Im politisch "korrekten" Sprachgebrauch ist nicht von Krieg, gefallenen Soldaten und unzähligen Opfern die Rede. Hier wird getäuscht, gelogen und verharmlost. Die Beteiligung am Afghanistankrieg war zunächst eine Stabilisierungsmission und wurde dann zu der noch harmloseren Ausbildungs- und Beratungsmission herabgestuft, die sie derzeitig sein soll. Im Irak gefällt es der Bundeswehr so gut, dass sie ihre "Ausbildungsmission" jetzt auf das ganze Land ausdehnen will. In den mehr als 16 Kriegsjahren der Bundeswehr hat sie sich von der Brunnen- und Schulbautruppe zu Missionarstruppe entwickelt. Deutschland schickt keine Soldaten in den Krieg - das würde ja auch gegen Artikel 26 des Grundgesetzes verstoßen-, sondern Deutschland entsendet Missionare in Uniform für humanitäre Hilfsaktionen. Da muss man doch unterstützen und akzeptieren oder etwa nicht? Leider passen die 57 in Afghanistan gefallenen oder anderweitig getöteten Soldaten oder vielleicht doch nur Missionare nicht in das friedliche Bild, das uns vermittelt werden soll.

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