Mecklenburger Blitz Verlag

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Werter Herr Jens Voigt

04.06.2018, Wilfried Baumann, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Gesudel"
im Schweriner Blitz vom 04.06.2018

Werter Herr Jens Voigt

Nicht „Fehrmann & Co.“ sind das Problem in unserer Gesellschaft nach dem 2. Weltkrieg. Ich sage nicht, in heutiger Zeit, sondern mit Absicht „nach dem 2. Weltkrieg“. Warum? Ich weiß nicht, ob Sie etwas vom 2. Weltkrieg mit bekommen haben? Sie geben Ihr Alter ja nicht an. Fordern es aber von anderen Autoren. Ich bin Jahrgang 1927. Mit 16 Jahren Marinehelfer. Mit 17 Jahren Soldat an der Ostfront. Danach in Gefangenschaft. Zwei meiner gleichaltrigen Freunde, zur gleichen Zeit eingezogen, sind aus dem Krieg nicht zurück gekommen! Mit 19 Jahren in die Lehre. Und danach im Osten geblieben. Den Osten Deutschlands wieder aus den Trümmern aufgebaut. Das Problem 73 Jahre nach dem 2. Weltkrieg ist nicht der Mensch, der seine Meinung offen kund tut. Problematisch sind die Menschen, wie Sie, die andere Meinungen nicht gelten lassen können, da sie nicht in Ihrer Richtung marschieren. Und das Problem der meisten westlichen Politiker ist, alles was sich nicht der westlichen politischen Denkweise anpasst, taugt nichts, ist nicht brauchbar, ja gar gefährlich. Und wie unverfroren der Westen lügt, haben Sie dem Beitrag von H. Bomke ja entnehmen können.

Meine Generation, also die „90er“, haben die Fehler bzw. die Verbrechen der Vätergeneration ausbaden müssen. Danach haben wir gesagt, „nie wieder Krieg“, „Schwerter zu Pflugscharen“. Unsere Kindergeneration ist wohlbehütet aufgewachsen. Sie kennt keinen Krieg vor der Haustür. Und wie sieht es in der Welt aus? Unzählige Kriege. Deutsche Politiker, also die Kindergeneration, was haben sie aus unserer Vergangenheit gelernt? Erschreckend wenig! Und wie steht es mit der Wahrheit, mit der Ehrlichkeit vieler Politiker und namhafter Wirtschaftsleute? Milliarden in die Rüstung! Wegschauen, wenn woanders gemordet wird oder Kinder verhungern. Und „der Westen“ erhebt Führungsanspruch! Wo auch immer! Politik und Wirtschaft müssen um ein „Miteinander“ und nicht „Gegeneinander“ in unserer Welt kämpfen. Ich plädiere für eine EU mit Russland. Das sichert friedliche Zukunft. Wozu brauchen wir nach der Wiedervereinigung Deutschlands noch eine „Nato“. Ja, und das sind eben Themen von Ihren sogenannten „Fehrmann & Co“-Leuten.

Wilfried Baumann, Schwerin

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