Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Wer verdrängt wen?

11.06.2014, Anonym, Rostock (Name dem Verlag bekannt)
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Fahrradabstellanlage verdrängt Pkw-Parkplatz in der KTV"
im Rostocker Blitz vom 08.06.2014

Fahrräder also verdrängen Pkw und sind Verkehrshindernisse? Wenn ich mich recht erinnere, gehörten öffentliche Flächen, auch Straßen, allen Menschen. Um die Daseinsberechtigung von Autos zu gewährleisten, musste die Dauer des zurückgelegten Weges kürzer als mit anderen Fortbewegungsmitteln sein. Dafür waren hohe Geschwindigkeiten notwendig. Um dies zu ermöglichen, mussten Fußgänger und Radfahrer von der Fahrbahn verschwinden. Sie wurden sozusagen enteignet. Sie müssen es sich gefallen lassen, mehr Zeit in das Zurücklegen ihrer Wege zu investieren. Halten sie sich nicht an die Verbote, werden sie wie Kriminelle bestraft. Selbst dort, wo sie die Fahrbahn benutzen dürfen, erdreisten sich einige Menschen, sie anzuhupen, anzubrüllen und wegzudrängen. Wenn das nicht reicht, fällt der Mob über sie her. Das sind typische Verhaltensweisen von den ausführenden Mobbern. Dann ist doch endlich viel viel Platz? Blieben dann nur noch die Gehwege. Aber mit den entsprechenden Mitteln, wie das gewünschte Befahren mit Fahrzeugen, dem Fehlen von Schatten spendenden Bäumen, dafür bis auf wenige Zentimeter zugeparkt und kaputt gefahren, mit Hindernissen wie Papierkörben, Masten, Poller, Schaltkästen, Werbeschilder ausgestattet und mit Lärm und Gift der Pkw, kriegt man auch die Fußgänger vertrieben. Willkommen in einer autogerechten Stadt!

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.