Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Wer hilft ihm?

13.10.2014, Siegfried Spantig, Hagenow

Da läuft ein politischer Jägersmann mit einer alten zweiläufigen Flinte in Thüringen herum, um den Wiedergänger DDR endlich zur Strecke zu bringen. Zunächst macht er piff = Diktatur, dann paff = Unrechtsstaat. Aber er trifft nicht richtig. Zwei Beispiele von vielen:

Die Wittenburger Unrechtsstaatler leisteten im Jahr 1953 insgesamt 23.376 NAW-Stunden mit einem Wert von 29.276 DM. Die Schüler ihrer Mittelschule nahmen sich 1959 vor, allein in der sozialistischen Landwirtschaft 2.400 Stunden zu leisten. Und im Püttelkower Forst wollten sie 60.000 Bäumchen pflanzen.

Die Zahlen darüber, was in den 40 Jahren DDR an unbezahlter Arbeit im NAW geleistet worden ist, sind so hoch gewesen, dass thüringer Flintenschüsse ihre Mühe haben müssen.

Zweites Beispiel: In Hagenow in der Augustenstraße sind in der Zeit des Unrechtsstaates über 1.000 Ehen geschieden worden. Wie will das Herr R. rechtsstaatlich wieder in Ordnung bringen, zumal von den Geschiedenen nicht mehr alle leben, nur noch ihre Kinder und Kindeskinder.

Auf Herrn R. scheint also derSpruch zuzutreffen, hast du keine Arbeit, mach dir welche. Auf jeden Fall wird er zu dieser Verrichtung eine größere Anzahl knüppelbewehrter Treiber einstellen müssen, was nicht so leicht sein wird, denn wir leben nicht mehr in der Zeit der Leibeigenschaft, in der die Landleute dazu eingesetzt wurden. Je nun, wer hilft ihm?

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