Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Was ziehe ich wozu an?

19.08.2011, I. Verch

Als ich vor kurzem von einer Veranstaltung kam, dachte ich bei mir: Eigentlich brauchst du nur zwei Kleidungsstücke, eine Jeans – sie kann alt sein – und ein Oberteil. Dann bist du immer passend (?) angezogen im Theater, beim Konzert, zum Tanz, zu jeder Gelegenheit, mitunter sogar zur Beerdigung. Die Frage, »Was ziehe ich wozu an?« stellen nur in der Zeit »Zurückgebliebene«, deren Ansichten längst überholt (?) sind, sagen viele Jugendliche, aber auch ältere Bürger.

Glücklicherweise gibt es in einigen Berufen bereits wieder eine bestimmte Kleiderordnung. Diese wäre auch an manchen anderen Stellen nützlich und würde das Niveau heben. Daran mangelt es uns leider zu oft. Ich dachte daran, als ich am Auto eines Pflegedienstes vorbeiging. Zwei jüngere Frauen waren ausgestiegen, wenig geschmackvoll angezogen, mit »Gartenpantoffeln« an den Füßen und natürlich (?) rauchenderweise mit der unentbehrlichen Zigarette in der Hand. Kein schönes Bild! Ob sich die beiden bewusst waren, dass sie in wenigen Augenblicken einen hilfebedürftigen Mitmenschen versorgen würden, der nicht nur ihren Anblick, vor allem aber ihren schlecht riechenden Atem ertragen muss? Ich tröstete mich mit dem Gedanken, vielleicht sind die beiden ja von Herzen gut. Ein Kleid sagt darüber zwar nichts aus, spricht aber dennoch vom Stand der Erziehung und Bildung des Trägers. Dienstkleidung wäre auch in diesem Beruf, so meine Meinung, sehr empfehlenswert. Außerdem glaube ich, dass es sich vielleicht doch lohnt, darüber nachzudenken: Was ziehe ich wozu an? Weil »Kleidung auch ein Ausdruck unserer Kultur ist«.

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