Mecklenburger Blitz Verlag

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Was wirklich zählt - Teil II

10.08.2018, Rudolf Hubert, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Wieviel zählt das Leben wirklich?"
im Rostocker Blitz vom 08.08.2018

Was wirklich zählt - Teil II

Ein bemerkenswert offener Leserbrief, der mich persönlich anspricht als auch auf meinen Beitrag zur offenen Gesellschaft ausdrücklich Bezug nimmt. Ganz sicher waren "unsere Überwacher" in der DDR nur getarnte Spione des Kapitalismus! Eine andere Schlussfolgerung kann ich aus diesem Beitrag nicht ableiten! Der Autor wird es mir nachsehen, zumal er ohnehin zu meinen scheint, einen einfältigen Schüler vor sich zu haben, der selbst Buchempfehlungen wohl in den sprichwörtlichen Wind schlagen wird. Ich gebe zu, dass es mich reizt, angesichts dieser 'Argumente', die sicher im Parteilehrjahr der SED die Bestnote erhalten hätten, auf dieser Ebene fortzufahren und z. B. zu fragen, warum in der illustren Reihe der historischen Gangster Pol Pot, Stalin und Mao nicht genannt werden. Ich breche das Gespräch auf dieser Ebene ab, denn dazu ist die Thematik viel zu ernst. Es gibt tatsächlich kaum ein stärkeres Plädoyer für die Offenheit unserer Gesellschaft als es hier vorgetragen wird! Denn in keinem einzigen diktatorischem Regime wäre solch eine kritische Offenheit auch nur ansatzweise möglich (gewesen). Und wenn wir schon bei Literatur sind: Ich kann meinerseits nur jene drei Bände von Eugen Drewermann empfehlen aus den Jahren 2016/2017, Titel: "Kapital & Christentum". Vom gleichen Autor stammt übrigens das Buch "Wenn die Sterne Götter wären" aus dem Jahr 2004, in dem die folgenden Sätze zu finden sind: "Wenn jede Art von Verbrechen dialektisch nötig sein kann, um die Freiheit des Proletariats oder wessen sonst auch immer durchzusetzen, befindet sich die gesamte menschliche Geschichte in Unfreiheit...Wer nicht von bestimmten menschlichen Werten als absoluten Größen ausgeht, verrät sich an die Geschichte, vor allem an die dialektisch interpretierte Geschichte des Marxismus, aber auch die des Kapitalismus." (240) Das möchte ich meinen Kindern und Enkeln weitergeben - in Wort und Tat.

Rudolf Hubert

Schwerin, den 10.08.2018

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