Mecklenburger Blitz Verlag

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Was war am 09.November?

10.11.2012, Daniel Pietz, Torgelow

Was war am 09.November?

Auf den 9. November fällt eine Reihe von Ereignissen, so wurde am 9. November 1918 die Deutsche Republik ausgerufen und am 9. November 1989 ist die Mauer in Berlin gefallen.

Aber der 09.November ist auch Jahrestag der Pogromnacht von 1938 und so ist es wie ein schlechter Scherz, dass ausgerechnet die alten und neuen Nazis an diesen Tag erinnern, denn vor 74 Jahren begann mit der Reichspogromnacht die systematische Vernichtung der europäischen Juden.

Das Oberverwaltungsgericht wies eine Beschwerde gegen eine Demo in Wolgast ab und ausgerechnet an diesem symbolträchtigen Tag marschieren die Rechtsradikalen durch die Stadt um gegen ein Asylbewerberheim zu protestieren.

So ist es in Zeiten, wo Linke Politiker durch den Verfassungsschutz überwacht werden und Rechte Terroristen ungehindert mordend durch Deutschland ziehen, auch nicht verwunderlich, dass man lieber Busse von Gegendemonstranten kontrolliert, Aufnahmen von den Businsassen macht und die Weiterfahrt behindert statt sich der NPD zuzuwenden.

Aber ca. 1200 mutige und kuragierte Bürger haben sich gut gelaunt und motiviert den Rechtsradikalen in den Weg gestellt. Mit Sitzblockaden haben die größtenteils jungen Menschen die Rechtsradikalen am Weitermarsch gehindert. 200 NPD Anhänger gegen 1200 Gegendemonstranten, ein klares Zeichen aber es hätten auch 5000 Gegendemonstranten sein können, wenn sich der innere Schweinehund besiegen lassen würde und so haben es leider viele nur beim zuschauen belassen statt selbst „NEIN“ zu sagen.

Leider haben die Rechtsradikalen nicht nur in Wolgast auf sich aufmerksam gemacht, auch in Greifswald war man auf besonders niederträchtiger weise aktiv. In der Nacht zum 09.November haben Unbekannte Stolpersteine, die zur Erinnerung in vielen Städten an örtliche Opfer des Nationalsozialismus erinnern, mit brutaler Gewalt aus dem Boden gerissen. Die Polizei spricht von einer widerwärtigen Tat und setzte für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung von 2500 Euro aus.

Beide Ereignisse verhöhnen die Opfer des Nationalsozialismus und beide Ereignisse sind eine Ohrfeige für jeden klar denkenden Menschen in unserer Gesellschaft.

 

 

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