Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Was wählen wir?

05.09.2017, Willi Behnick, Neubrandenburg

Der Wahlkampf für die Wahl der Mitglieder des Bundestages ist in vollem Gange. Es wird damit ja auch gleichzeitig die neue Regierung der BRD gewählt. In Fersehduellen versuchen Kandidaten ihre Versprechungen dem Wahlvolk einzureden. Diese kann man teilweise auch an den vielen ausgestellten Plakaten ersehen. Viele Themen werden angesprochen und versprochen, ob sie dann auch in regierender Position durchgesetzt werden, ist eine andere Sache. Man sieht es ja an den bisherigen Versprechungen der Angleichung der Renten. Was ich allerdings vermisst habe, es gibt und gab bisher gerade von den sogenannten Volksparteien, keine Ausssage, was sie unternehmen wollen, den Frieden auf unserem Erdball zu erhalten. Ich habe in Fragen Frieden und Abrüstung, was nur im guten Einvernehmen mit Russland gelingen kann, nur von den Parteien DIE LINKE und der AfD etwas vernommen. Es kann über Migration, kostenlose Kitabesuche, innere Sicherheit usw. debatiert werden, es muss zur Durchsetzung aller Themen aber Frieden herrschen. Da erwähnt der FDP-Vorsitzende Lindner, in dem kleinen Fernsehduell, die Aufrüstung Russlands. Die Ursachen dafür spricht er aber nicht an. Da äußert sich der US-Verteidigungsminister, Jim Mattis, beim Besuch der Ukraine, die USA würden sich dem aggressiven Verhalten Russlands weiterhin entgegenstellen. Er will die Ukraine militärisch aufrüsten. Wer zeigt denn ein aggessives Verhalten? Doch nur die USA und im Schlepptau die Nato. Aktuell wird Russland durch die USA ein Verstoß des IFN-Vertrages vorgeworfen. Sie installieren Kurz- und Mittelstreckenrakete, die entsprechend dem IFN-Vertrag nicht gestattet sind. Die USA installieren in Polen und Rumänien einen sogenannten Raketenabwehrschirm, dessen Raketen weite Teile Russlands erreichen können. Dies ist ein Verstoß gegen den IFN-Vertrag, was Russland schon lange angeprangert hat. Da von den USA kein Einlenken in dieser Beziehung erfolgte, kündigte Russland als Gegenmaßnahme eben die genannte Installierung der Raketen an. Wer hat hier den ersten Stein geworfen?

Auf diese Aktivitäten Russlands prüft die Nato wiederum 39 Schritte gegen Russland. Dabei soll die nukleare Abschreckung ausgebaut werden, B2 Bomber der USA mehr im Luftraum Europas eigesetzt werden usw. Darauf wird Russland auch wieder Gegenmaßnahmen einleiten. Die Spirale, von den USA und der Nato in Gang gesetzt, dreht sich immer weiter auf den Ausbruch eines Krieges hin. Argumente vorgebracht von Seiten der Nato zum Beitritt der Krim zu Russland, auch von Politikern Deutschlands, sind doch scheinbar nur ein Ausdruck dafür, dass die USA und Nato nicht die Krim als militärischen Stützpunkt bekommen haben. Was die regierenden Politiker und unsere "neutralen und freien" Medien nicht melden ist, dass die USA, nur ca. 150 km von der Krim entfernt, seit Juni 2017 durch Bautruppen der US-Marine einem militärischen Flottenstützpunkt errichten. Wozu? Welchen Zweck sollen die geplanten fünf Nato-Stützpunkte in Estland, Lettland,

Litauen, Polen und Rumänien erfüllen? Sollen sie zum Frieden beitragen? Wer glaubt denn im Ernst, dass die Russen Krieg wollen?

Hierzu sollen sich die Politiker unseres Landes, die in regiernder Position sind oder werden wollen, äußern. Nur in Frieden können wir ruhig leben und nicht in Angst vor einem Krieg, der alles Gewesene in den Schatten stellen wird. Dieses ist das Wichtigste, was wir von unseren Politikern erwarten. Aus diesem Grund und in dieser Beziehung soll jeder Wähler seine Entscheidung am 24.09. treffen. Es soll keiner glauben, so schlimm wird es nicht werden. Vor 78 Jahren haben das auch viele Menschen geglaubt.

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