Mecklenburger Blitz Verlag

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Was sollte das?

31.07.2017, Karl Scheffsky, Schwerin

Der Wahlkampf läuft an und Dietmar Bartsch, Spitzenkandidat der Linkspartei, gab der evangelischen Kirchenzeitung Idea ein Interview u.a. zu Glaubensangelegenheiten. Ich fragte mich: Was wollten die voneinander? Bartsch kenne ich von den Medien und persönlichen Streitgesprächen. Über Idea erfuhr ich: konservativ, bibelfest, also kein Werte neutraler Anschein. Idea möchte eine geistige und geistliche Orientierung angesichts einer Gesellschaft, die sich im Verfall befindet, vermitteln. Auf diesen Zug traute sich der Fraktionvorsitzende der Linkspartei im Bundestag aufzuspringen und bekundete: »Den Satz ›Ich glaube an Gott‹ könnte ich nicht sagen. Aber ich finde, dass eine Gesellschaft ohne Glauben sehr problematisch wäre.« Also nur die Gesellschaft, er selbst nicht? Steht er außerhalb und über den Dingen? Aber er müsste doch wissen, dass die Gesellschaft die Summe der Beziehungen der Individuen ausmacht. Oder will er jetzt ernsthaft mithelfen, um die vielen Kirchenaustritte zu stoppen. Vielleicht betet er gar heimlich? Bemerkenswert gegenüber Idea fand er noch zu erwähnen, »den Kampf der DDR gegen die Kirche«, dass er die Bibel im Bundestag am meisten zitiert hätte und wir alle unabhängig vom Glauben christlich-jüdisch geprägt seien. Allerdings für seine ideologische Prägung durch seinen Studienaufenthalt im kunterbunten Gorbatschow-Land gibt es kein Nachsehen. Das betrifft auch andere Stellen im Interview.

Karl Scheffsky, Schwerin

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