Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Was soll das Alles?

05.09.2019, Hartwig Niemann, Rostock

Erst macht uns die Treuhand den Garaus und jetzt folgen die erzreaktionären Kräfte der AfD – alle sind aus dem Westen, um uns zu zeigen wo der Hammer hängt. Was wollen sie eigentlich auf dem ehemaligen Territorium der untergegangenen DDR. Wollen sie uns als ehemalige DDR-Bürger eine Laus in den Pelz setzen. Leider ist es ihnen teilweise schon gelungen, wie der Verlauf der Wahlen in Brandenburg und Sachsen gezeigt haben. Nur eines bedenken diese politischen Klugscheißer aus dem Westen nicht.

Diese AfD-Funktionäre haben anscheinend keine Ahnung davon, dass wir als ehemaliger DDR-Bürger, die an den Hochschulen studiert haben, sehr gut mit der Differential- und Integralrechnung umgehen können, die Axiome des alten Newton begriffen haben und auch den Gaußchen Algorithmus zur Berechnung von vier Unbekannten beherrscht haben. Die lineare Optimierung und Netzplantechnik gehören dazu.

Um so unverständlicher sind mir die unsachlichen Ausführungen die einige AfD-Politiker über ihre Zunge rollen lassen: Wir werden von „Idioten“ regiert (Alice Weidel) oder Björn Höcke: Wir werden von einer „Saubande“ regiert. In diesen Refrain ordnet sich dann auch noch der Vogelschissexperte Herr Gauland mit seiner Bemerkung ein, dass die Nazizeit nur ein „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte war.

Meine Güte, was für ein dummes aufgeblähtes Vokabular bläst uns hier um die Ohren. Das hat nichts mehr mit würdevoller Politik zu tun. Das ist ehe das Geplärre von „Schmeißfliegen“.

Heutzutage kann mir keiner mehr sagen, dass er nicht die Möglichkeit hätte sich über die Ursachen des Erstarkens der AfD in den Neuen Bundesländern zu informieren. Der Hauptgrund besteht darin, dass die etablierten Partien, ich nenne nur die SPD, die unter 10 % abgerutscht sind. Diese Partei hat uns gemeinsam mit der CDU 30 Jahre lang verarscht. Jetzt haben sie die Quittung erhalten.

Wenn Björn Höcke, AfD Thüringen, weit in die Vergangenheit zurückgeht und in seiner Kyffhäuser Rede (aus 2018) in mystisches Gedankengut verfällt und die Himmelscheibe von Nebra als kulturelles Erbe für die Ideen der Menschen in Mittel-Deutschland und damit natürlich auch für die AfD aus den Keller holt, dann wundert mich nur, warum er nicht auch Hermann den Cherusker und dessen Frau Tusnelda erwähnt. Richtig! Beide haben nichts mit dem Kyffhäuser zu tut. Der Kyffhäuser ist für die AfD ein symbolträchtiger Ort aus der Vergangenheit, der Teutoburger Wald nicht. Reaktionäre Kräfte ließen im Kyffhäuser schon immer ihren Dampf ab: Für Gott, König und Vaterland (und jetzt die AfD) – Kampf den Andersdenkenden. Es fehlt nur noch der Ruf: Für Führer, Volk und Vaterland. Dann sind wir wieder dort, wo wir eigentlich nie wieder hinwollten. Kaiser Barbarossa musste als Rotbart schon einmal für Hitlers Angriff auf die Sowjetunion herhalten. Hoffen wir, dass es kein zweites Mal geben wird.

Diese Partei, davon bin ich überzeugt, wird sich noch selber „zerfleischen“. Beispiele dafür gibt es genug: erst Bernd Lucke (Wessi), dann Frauke Petry (Dresden) und Jetzt Prof. Meuthen (Wessi) und Gauland (Wessi) sowie Alice Weidel (Wessi).

Die Neuwahlen 2020 der AfD zum Bundesvorstand werden uns zeigen, wie stabil die politische Lage innerhalb dieser Partei wirklich ist.

Ich jedenfalls brauche diese Partei nicht. Ich bleibe das, was ich immer war, ein treuer Mecklenburger. Das ist meine Heimat, die ich bis 1735 familiär nachweisen kann.

 

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