Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Was sind Lohnnebenkosten?

18.11.2010, E. Martin

Immer wieder wird über sehr hohe Lohnnebenkosten diskutiert. Was sind eigentlich Lohnnebenkosten? Darunter ist zu verstehen: Kosten, die direkt mit dem Lohn eines Arbeiters, Angestellten entstehen. Ecklohn, Leistungszulage, 50 % Urlaubsgeld, anteiliges 13. Monatsgehalt, vermögenswirksame Leistungen, bezahlte Feiertage, Urlaubstage, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Sonderurlaubstage, Krankenversicherungsanteil, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Berufsgenossenschaft.

Personalkosten bestehen aus vier Kostenblöcken:

1. Lohn für geleistete Arbeit

2. Zahlungen für freie Zeit (Urlaub, Feiertage, Krankheit, Sonderzahlung, Hochzeit, Tod, Geburt, Umzug)

3. Sonderzahlung wie Gratifikation, Weihnachtsgeld, Zuschläge

4. Arbeitgeberbeträge zur Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft

5. gerundet etwa 45 % auf den Bruttolohn.

Wenn eine Tariflohnvereinbarung für Facharbeiter von 10 Euro angenommen wird, kommen noch ca. 4,50 Euro Lohnnebenkosten hinzu – gleich 14,50 Euro Gesamtlohn. Ein Handwerksbetrieb rechnet aber ca. 60 Euro je Arbeitsstunde mit dem Kunden ab. Woher kommt der restliche Kostenbetrag?

Der höchste Posten bei der Kostenkalkulation sind die Gemeinkosten. Darin verbergen sich alle Kostenarten, die nichts mit den direkten Fertigungskos-ten zu tun haben, d.h. Büro-

kosten, Kostenarten für nicht mitarbeitende Betriebsinhaber sowie weitere unproduktive Kos-tenarten.

Mögen doch die Politiker und Verbandsfunktionäe mit dem Märchen von den hohen Lohnnebenkosten aufhören. Des weiteren werden diese Personalkos­ten über den Verkaufspreis abgerechnet. Heute kann man feststellen, immer mehr Unternehmerrisiken werden auf den Mitarbeiter abgewälzt, sprich Zeitverträge mit Lohnminderung. Diese Leute müssten eigentlich mehr Lohn bekommen wegen des höheren Beschäftigungsrisikos. Es werden bei Fernsehdiskussionen viele Ammemärchen erzählt.

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