Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Veto einlegen!

28.07.2015, Werner Garlipp

Ich möchte alle Rostockerinnen und Rostocker aufrufen, das Anliegen der Online-Petition (https://www.openpetition.de/petition/online/rostock-die-schleuse-am-muehlendamm-darf-nicht-zugeschuettet-werden) mit zu unterstützen! Meines Erachtens muss es das Anliegen einer nachhaltigen Stadtentwicklung sein, gewachsene historische Strukturen (und dazu zähle ich auch den technischen Ausbau-Fortschritt an unserem Heimatfluss Warnow), zu berücksichtigen und möglichst, sensibel weiterzuentwickeln! Die aktuellen Planungen zur Mühlendammschleuse der damit befassten Ämter und Behörden erinnern jedoch stark an eine »Holzhammer-Methode« (eher Dilettantismus denn Professionalität) und haben mit ihrer ausschließlich pekuniär begründeten Motivation/Argumentation mit »Nachhaltigkeit« nicht mehr das Geringste zu tun! Hier sollen eine nicht nur historisch bedeutsame städtebauliche Lösung, sondern auch wertvolle Verkehrs- und Wirtschaftsinfrastrukturen, kurzsichtigen Argumenten folgend, einfach nur »platt gemacht« werden! So etwas kennen wir leider auch von anderen (aktuell und aus jüngerer Vergangenheit) prestigeträchtigen »Großbauprojekten« und »Entwicklungskonzepten« an sensiblen Orten dieser Stadt! Man denke da z.B. einmal an die geplante »Wohnbauverdichtung« der Südstadt, an das Werft-Dreieck, überhaupt an massenhaft (eher Luxus- als soziale)Wohnungsbaubauvorhaben in Rostock. Man denke z.B. an das Affenhaus im Barnstorfer Wald, an die (sogar mit Architektenwettbewerb und ohne Not) beplante »Nordkante«, an den viel diskutierten »Warnow-Bogen« (mit großer Fußgängerbrücke und Tieferlegen der L22 am Stadthafen – trotz Hochwassergefahr im Zeitalter der Klimaerwärmung), an teure Gutachten zum Theaterstandort, der aber vor Jahren schon im Stadtparlament »Am Bussebart« entschieden war – ein Streit, der künstlich aus dem Rathaus gepuscht für kommerziell motivierte Gigantomanie (Stichwort Weihnachtsmarkt) für ein Theater, welches selbst man aber inhaltlich bis zur Unkenntlichkeit zu verunstalten bereit ist! Es leben die neuen Potemkin‘schen Dörfer in Rostock! Nun soll also mit der Mühlendammpassage/ B103/110 noch ein weiteres Projekt »auf Teufel komm raus« und wieder gegen Bürgerinteressen zu einem schnellen und möglichst billigen Abschluss gebracht werden, damit noch mehr Gelder an anderer Stelle in zweifelhafte Planungen (in wessen Interesse auch immer) fließen können! Es bestätigt sich mir immer mehr der Eindruck von »Bürgerferne« und bloßem Aktionismus (frei nach dem Wahlspruch von 2012 des OB »... Racken-nicht schnacken ...« in wessen Interesse auch immer) in der Verwaltung dieser Stadt! Dagegen gilt es weiterhin qualifiziert anzugehen ... von Seiten der Bürger dieser Stadt ... von wem denn auch sonst?

Und, bitte nächstes Mal nicht wieder bloß mit 32,4 Prozent Wahlbeteiligung, wenn es um einen neuen OB geht!

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