Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Versuch, die Leserbriefkultur zu steigern

24.05.2018, Rainer Stankiewitz, Crivitz

Wer aus dem Zerstörungswerk Kapitalismus aussteigen möchte, befasst sich kaum mit dem »Sonntagsblitz« als Werbeträger dieses Systems; aber es gibt da ein paar Nuancen in diesem Blatt – ja, auch die Leserbriefe. Sie spiegeln so herrlich das, was geschehen soll: West gegen Ost sowieso, unten gegen noch tiefer, jeder gegen Jeden, und wir vermeintliche Schlauberger erleben unsere kleinen eitlen Höhepunkte; wir machen den anderen nieder, sehr demokratisch! Ganz anständig auch, keine Hasskommentare, nein – wir Leserbriefschreiber sind stolz auf uns, man nimmt uns wahr, wie schön!

Warum stänkern wir eigentlich nicht gemeinsam gegen das wahre Elend, das wir ja in Wirklichkeit meinen: Wir leben in einer Welt, die von wenigen gigareichen Clans geistesgestört beherrscht wird. Wir leben in einem (wohl nicht mehr lange nationalen) Staat, der von diesen Wirtschaftsirren bestimmt wird. Nichts ist mit Demokratie, nichts mit dem Volk als Souverän. Das globalisierte Kapital braucht keine Heimat, es braucht keine Völker, es braucht billige Arbeitskräfte und sonst nichts. Billiger als ethnischer kultureller menschlicher Matsch geht nicht. Dabei liegt mit sehr fern, geistige, moralische und religiöse Werte Fremder, auf welchem Wege auch immer sie in unser Land gelangt sind, zu diffamieren. Dies und nichts anderes ist Wahrheit in Leserbrieflänge. Seien diese Worte Anstoß für Auseinandersetzung mit neuer Qualität.

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