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Verkehr auf Mönchgut: Schmerzgrenze längst erreicht

09.08.2018, Peter Ahrend, Ostseebad Sellin

Die Schmerzgrenze ist schon vor Jahren erreicht worden. Die Zählung erfolgte an einem Tag mit viel Sonne. Den Wahnsinn muss man sich aber erst recht bei einem oder mehreren Regentagen vorstellen. Das hohe Verkehrsaufkommen hat doch auch seine Ursache. Es wird gebaut, gebaut und weiter gebaut Ferien- wohnungen, Hotels, Pension und Eigentumswohnungen, ohne Rücksicht auf die Infrastruktur. Aus meiner Sicht interessiert den Verantwortlichen des Amtes diese Entwicklung nicht. Die Natur wird zerstört, koste es was es wolle. Werte Verantwortlichen, merken Sie nicht, dass Sie sich den Ast auf dem Sie sitzen absägen.

Der Amtsvorsteher verkündet auch noch euphorisch, E-Bikes sind eine Alternative. Viele Fahrradhändler hätten diese im Angebot, die auch gut nachgefragt würden. Herr Amtsvorsteher, ist Ihnen in dem Amtsbereich schon mal aufgefallen, wie verkehrswidrig die Fahrradfahrer unterwegs sind? Sie gefährden sich und andere Verkehrsteilnehmer. Das Ordnungsamt Mönchgut-Granitz ist für die Überwachung des fließenden Verkehrs nicht zuständig, sondern die Polizei, so der verantwortliche Mitarbeiter. Die Polizei teilt mit, das der Fahrradtourismus auf der Insel Rügen in den letzten Jahren enorm an Zuspruch gewonnen hat, ohne das im selben Maße die Infrastruktur Radfahrstraßen, Radwege, Querungshilfen u. a. Schritt gehalten hat.

Allein in der Gemeinde Sellin sind diese Zustände länger nicht haltbar und auch unverantwortlich gegenüber allen Beteiligten.

Wenn Sie als Amtsvorsteher und Ihre Kollegen Bürgermeister keine Befugnisse haben, dann muss es doch eine Möglichkeit über den Landkreis VR oder dem Land MV geben diese Situation zu entspannen.

Nach Art. 143c Grundgesetz stellt der Bund darüber hinaus den Bundesländern jährlich Beträge aus dem Bundeshaushalt u.a. zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden zur Verfügung (sog. "Entflechtungsmittel"). Diese Mittel sind auch für die Radverkehrsinfrastruktur verwendbar. Entscheidend ist dafür aber die Bereitschaft in den einzelnen Bundesländern, die Mittel entsprechend für den Radverkehr einzusetzen. (Quelle BMIV)

Peter Ahrend

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