Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Venezuela

05.02.2019, Willi Behnick, Neubrandenburg

In den Berichten unserer Leitmedien, oft übernehmen es auch die regionalen Medien,wird die Politik von Hugo Chávez und besonders Nicolás Maduro einseitig für die gegenwärtige Situation in Venezuela verantwortlich gemacht. Ich will nicht bestreiten, dass die Politik von Maduro einen gewissen Anteil daran hat.

Dies ist aber nur sekundär. Primär sind an dem jetzigen Zustand die USA und ihre hörigen Länder verantwortlich. Wird dies bewusst ausgeblendet? Sollen die Medien eigentlich nicht allseitig und wahrheitsgetreu berichten?

Als Chávez die Regierungsgewalt übernahm, war seine erste Amtshandlung die Kontrolle über das Erdöl. Von den Gewinnen aus der Förderung des Erdöls hatte Venezuela bis dahin nicht all zu viel. Venezuela hat die größten Erdölreserven der Erde.

Er tauschte die korrupte und teilweise USA-hörige Führungsriege der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA aus. Den super günstigen Preis, für den die USA Öl von Venezuela einkaufte, schaffte er ab und passte ihn an dem Weltmarktpreis an.

In seiner Amtszeit hat er den Anteil aus dem Verkauf des Erdöls für das Land von 50% auf ca. 90% steigern können. Mit dem Erlös hat er ein umfassendes Wohnungsbauprogramm durchgeführt, hat den Kampf gegen das Analphabetentum eingeleitet und die medizinische Versorgung der Bevölkerung verbessert. Dies alles passte den USA nicht, sie hatten keinen günstigen Zugriff mehr auf das Erdöl. Chávez musste weg. So organisierten sie einen Putsch zum Sturz von Chávez. Es ist nachgewiesen, dass die USA den Putsch im Jahre 2002 organisiert und finanziell unterstützt haben. Eine neue, USA-hörige Regierung übernahm die Macht. Das Volk jagte aber diese Regierung aus dem Land, natürlich flohen sie in die USA.

Nun überzogen die USA in den kommenden Jahren Venezuela mit Boykotten, Embargos und Sanktionen. Ihre Vasallen-Staaten schlossen sich dem an. Mit dem Tod von Chávez 2013 und der Übernahme der Macht durch Maduro eskalierten die Aktivitäten zur Zurückgewinnung des US-amerikanischen Einflusses.

Durch Betreiben der USA wurde die Förderung von Erdöl durch Saudi-Arabien und andere Länder stark gesteigert. Über das Auf und Ab der Notierungen bestimmen die USA und Saudi-Arabien. Fördern sie weniger, steigen die Preise. Fördern sie viel, sinken die Preise. 2014 förderten sie aberwitzig viel. Von Juni 2014 bis auf eine längere Zeit fiel der Ölpreis um mehr als zwei Drittel.

Die Auswirkungen für Venezuela kann man sich ausrechnen, da das Erdöl die einzige Einnahmequelle für das Land darstellt. Beispiel: was würde in Deutschland passieren, wenn die Energieliferanten RWE, Vattenfall usw. den Elektrohahn zudrehen würde?

Venezuela war seit dem Zeitpunkt kaum noch in der Lage lebensnotwendige Dinge, auch wegen den laufenden Sanktionen, einzukaufen. Staatspräsident Maduro fordert das in der Bank of England eingelagerte Gold (14 Tonnen), welches dem Staat Venezuela gehört, aus London zurück. Es wird ihm verweigert, mit welchem Recht? Anfang November weitet die USA die einseitigen Wirtschaftssanktionen gegen Venezuela auf Gold aus. Es spitzte sich die Lage der daraus entstehenden schlechten Versorgung der Bevölkerung immer mehr zu.

Nun trat die seit Jahren in Venezuela schon tätige Organisation "OTPOR" in Aktion. OTPOR ist eine serbische Organisation, die in der Vergangenheit jährlich mit 100 Millionen $ aus den USA finanziert wurde. Sie waren u.a. in der Ukraine (orange Rev.), in Georgien (Rosen-Rev.) und in den Ländern des sogenannten afrikanischen Frühlings (Ägypten, Libyen, Tunesien und auch Syrien) tätig. Sie organisieren einen Wechsel von Regierungen zu amerikanischen Gunsten.

Nun ist Juan Quailó, studiert in den USA, der Auserkorene die Verhältnisse in Venezuela zu verändern. Nur Stunden nach seiner Selbsternennung zum Präsidenten wurde er von den USA anerkannt. Eigenartig, nicht? Wenn er jetzt militärische Hilfe von den USA verlangt, wird die USA in Aktion treten und ein nächstes Land ins Chaos stürzen.

Die Länder der EU haben in Nibelungentreue jetzt auch Quaildó als Präsidenten anerkannt.

Ich finde dies alles als Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates.

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.