Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Unverständlich

30.06.2016, Uwe-M. Troppenz, Parchim
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Erinnerungskultur"
im Schweriner Blitz vom 30.06.2016

Zu »Erinnerungskultur«, Blitz vom 26. Juni, Seite 2

Es ist unverständlich, dass es nach wie vor viele Menschen gibt, die noch die Sowjetdiktatur und ihre üblen Repräsentanten mit einem Heiligenschein versehen. Lenins Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit? Vereinbart sich mit solch hehren Begriffen der »Rote Terror« als politisches Prinzip mit Massenerschießungen, Einrichtung von Konzentrationslagern, Auflösung der gewählten konstitutionellen Versammlung (weil seine Partei in der Minderheit war), Abschaffung von Meinungsfreiheit, blutige Niederschlagung von Widerstand gegen die Diktatur - durch Arbeiter (1919 wurden 200 Streikführer erschossen) und Matrosen (1921), die brutale Rückeroberung von Landesteilen (Ukraine), die laut Sowjetverfassung legal aus der SU austreten wollten, durch Trotzkis Rote Armee usw...? In Russland weiß man das wohl noch und änderte den Namen Leningrads in St. Petersburg um. In Schwerin dauert das Umdenken offenbar etwas länger. Und übrigens auch in Parchim, wo die unbelehrbaren Nostalgiker beharrlich an ihrer Leninstraße festhalten. Erinnerungskultur - ja, gerne. Aber im Museum.

Uwe-M. Troppenz, Parchim

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