Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Unser Tun und die Folgen ...

04.04.2019, Haiko Hoffmann, Schwerin

Herr Dr. Bomke schrieb letztens u.a. „In erste Linie geht es um geostrategische Einflusssphären, Rohstoffquellen und Absatzmärkte.“ Dem kann man nur zustimmen. Was zum Teufel haben wir z.B. in Mali verloren?? Ist das die deutsch-französische Gemeinschaft, indem wir Frankreichs geostrategische und –ökonomische Interessen schützen?

Und was zum Teufel machen wir da mit den Menschen im Mittelmeer? Warum lassen wir sie ertrinken? Warum fördern wir ausgerechnet die arabischen Banditen in Libyen, nur damit kein Afrikaner es nach Europa schaffe? Was hat uns geritten hinzunehmen, dass in Libyen eine neue brutale Massensklaverei sich breit macht, indem die Ankommenden schlimmer als Vieh behandelt, gequält, umgebracht, vergewaltigt, rassistisch schwerst traumatisiert, sogar gewaltsam ihrer Körperteile und Organe beraubt werden? Man kann all diese Gräuel gar nicht fassen und beschreiben! Dort wird ein Rassismus schlimmster Art geübt! Was ist ein Menschenleben wert, dass südlich der Sahara geboren worden ist? Und trotzdem werden diese Verbrecher unterstützt, damit sie keinen Afrikaner durchlassen?? Wieviel Wert hat denn unserer westlichen Politiker Postulat der Wahrung von Menschenrechten und Demokratie, wenn sie so etwas in Kauf nimmt? Wieso sagt keiner etwas, wenn vor kurzem in Mali Hunderte Dorfbewohner von Extremisten abgeschlachtet worden sind und dies in den Medien nicht mal Erwähnung findet? Weil sie schwarz sind und nebenbei noch Muslime? Wieso ist es richtig, die afrikanischen Länder auszubeuten, ihre Wirtschaft kaputt zu machen, Armut zu produzieren – und ihnen dann jede Chance zu nehmen, einen Weg aus dieser Armut zu suchen? Wir rauben sie aus und fürchten, dass sie etwas von uns haben wollen, zurück haben wollen? Statt dessen fördern wir die Diktatoren und Verbrecher, nur damit sie helfen, Menschen, die eigentlich nur Menschliches wollen, von uns fern zu halten. Weil wir Angst haben, etwas von unserem Reichtum abgeben zu müssen, weil wir teilen müssten? … Die Folgen unseres Tuns wollen wir nicht sehen. Und das ist grausam und verstörend! Die gesamte Politik des Westens ist, um es auf den Punkt zu bringen, im Grunde zutiefst undemokratisch, heuchlerisch, kolonialistisch – und rassistisch.

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.