Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Umgang mit Ehrenamtlern

20.06.2014, Brigitte Schneider, Warnemünde

Die Idee, eine Ehrenamtskarte für Menschen auszugeben, die sich unentgeltlich und uneigennützig für das Gemeinwohl engagieren, die sich für Kranke und Schwache stark machen in einer Gesellschaft, in der Geld und Reichtum in erster Linie bestimmen wohin es geht, sollte sich landesweit durchsetzen. Die Hansestadt Rostock darf auf ihre Vorbildrolle stolz sein. Ich weiß wovon ich rede, denn als Organisatorin der bisher stattgefundenen drei Bälle für Ehrenamtler in den Bereichen der Selbsthilfe für chronisch kranke und behinderte Menschen, habe ich immer auch finanzielle Unterstützung durch die Stadtverwaltung erhalten. Darüber hinaus fanden sich viele private und Spender aus allen Bereichen der Gesellschaft, die dazu beitrugen, dass diese besondere Form der Ehrung und Auszeichnung für ein Ehrenamt in unserer Stadt zu einer guten Tradition geworden ist und es auch hoffentlich bleibt. Es ist bedauerlich, dass die Wertschätzung und Anerkennung der Leistungen der Ehrenamtler oft genug nur in »Sonntagsreden« einiger Politiker eine Rolle spielen. Jetzt geht es um scheinbar komplizierte politische Entscheidungen über die Planung einer Ehrenamtsstiftung und oder die Errichtung von MitMach-Zentralen. Es gibt doch schon Ehrenamtsmessen und -börsen, deren Erfahrungen man verallgemeinern und die man finanziell fördern sollte. Dass die geplante Stiftung sich vor allem an solche Ehrenamtler wenden sollte, die nicht in feste Strukturen eingebunden sind, ist eine gute Sache, aber leider gibt es auch gut organisierte große Vereine und Verbände, die ihre Ehrenamtler selbst nicht unterstützen, geschweige denn, ihnen eine kleine finanzielle Aufwandsentschädigung zukommen lassen, obwohl sie dazu in der Lage wären. Oftmals sind die hauptamtlichen Mitarbeiter gar nicht allein fähig, die Vereinsziele praktisch umzusetzen. Ich will damit sagen, dass die Gewinnung und Motivierung neuer und vor allem auch jüngerer Ehrenamtler auch davon abhängig ist, wie man mit ihnen umgeht und wie ihre Arbeit anerkannt und würdigt wird. Das sollte durch staatliche Entscheidungen positiv gefördert werden, aber auch die Vereine und Verbände selbst tragen dafür eine wichtige Eigenverantwortung. Ehrenamtliches Engagement macht unsere Gesellschaft wärmer und damit menschlicher. Der Wert ist nicht in Euro zu messen, aber die dankbare Herzlichkeit der Menschen, für die man etwas tut, wirkt nachhaltig wohltuend auf den Helfer. Ich hoffe, dass die politischen Diskussionen über Initiativen zur Stärkung des Ehrenamts zu sinnvollen Resultaten führen und ohne bürokratische Hindernisse schnell umgesetzt werden können.

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