Mecklenburger Blitz Verlag

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Überall hinkommen - Für ein Monatssozialticket in Rostock! von der Initiative »Für einen guten Nahverkehr in Rostock«

08.11.2018, Katharina Schlaack, Rostock

Die Zunahme des Autoverkehrs ist für alle Einwohnerinnen und Einwohner Rostocks deutlich zu spüren. Mittlerweile sind über 100.000 private und gewerbliche Fahrzeuge angemeldet. Statistisch gesehen hat also jeder zweite Rostocker ein Auto. Mit der erhöhten Verkehrsdichte gehen viele Probleme einher: Lärm, schlechte Luft, verstopfte Straßen, versperrte Rettungswege, zugeparkte Geh- und Radwege. Für viele Menschen wird das Wohnen in Rostock immer unangenehmer. Aus diesem Grund ist die Nutzung des Nahverkehrs von großer Bedeutung, denn je mehr Menschen Bus, Straßenbahn und S-Bahn fahren, umso geringer die Belastungen auf vielen Ebenen. Anfang 2018 gründete sich die Initiative »Für einen guten Nahverkehr in Rostock«. Nach drei erfolgreichen Informationsveranstaltungen in Lütten Klein, der KTV und Toitenwinkel wurden sehr viele Verbesserungsvorschläge für den Rostocker Nahverkehr gesammelt. Dabei ging es um die Taktzeiten, das Tarifsystem, ein Monatssozialticket, die Preise, um Park and Ride, um Stadt-Umland-Verbindungen und vieles mehr. Die Initiative sammelte diese Vorschläge und entschloss sich, mit dem Thema »Monatssozialticket« zu beginnen und damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Da Rostock kein ermäßigtes Modell zur Verfügung stellt, zahlen alle Menschen, auch diejenigen mit geringem Einkommen, 55 Euro für die Monatskarte. Der Hartz-IV-Satz für Mobilität sieht monatlich 34,66 Euro vor und liegt damit weit unter dem Preis eines Monatstickets. Mit ermäßigten Tageskarten und Einzelfahrscheinen reicht diese Summe gerade einmal bis zur Mitte des Monats. Deshalb fordern wir ein Rostocker Monatssozialticket für 25 Euro!

Viele Großstädte bieten bereits Monatssozialtickets an, beispielsweise Dresden, Erfurt oder Berlin. In Dresden z. B. wurde folgendes Modell verwirklicht: Menschen mit geringem Einkommen erhalten den »Dresden Pass«. Mit diesem Pass kostet das Monatsticket nur den halben Preis. Die verbleibenden Kosten übernimmt je zur Hälfte die Stadt Dresden und die Dresdener Nahverkehrsbetriebe. Das Monatssozialticket wurde von den Einwohner/-innen gut angenommen. Im November 2015 gab es in Dresden noch 6.300 Nutzer/-innen, im Februar 2018 schon über 15.000. Was in Dresden und Erfurt möglich ist, schaffen wir auch in Rostock. Übertragen auf unsere Stadt würde ein solches Ticket ca. 700.000 Euro jährlich kosten. Die Stadtverwaltung geht von jährlichen Haushaltüberschüssen von 30 Millionen aus. Ein Monatssozialticket macht das Leben in Rostock ein wesentliches Stück gerechter und ist auch finanzierbar. Die Bürgerschaft hat am 17. Oktober in großer Mehrheit einen Prüfauftrag beschlossen, ob, wann und wie ein Monatssozialticket eingeführt werden kann.

Solange die Einführung eines Monatssozialtickets für 25 Euro nicht beschlossen ist, wird die Initiative weiter dafür kämpfen. Wir möchten alle herzlich einladen, bei uns mitzumachen. Wir treffen uns alle 14 Tage Dienstags in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung in der Augustenstraße 78 (Eingang Schröderstraße). Die nächsten Termine sind der 20. November und 4. Dezember. Die Initiative ist auch per E-Mail erreichbar unter nahverkehr@wat.systemausfall.org.

Die Initiative »Für einen guten Nahverkehr in Rostock« stellt sich und ihre Fortschritte vor, am Donnerstag, 6. Dezember, um 19 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße 21 in Rostock.

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