Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Über Armut spricht man nicht!

08.02.2016, Karlheinz Schmidt, Rostock

Wer weniger als 1,30 Dollar täglich pro Kopf zur Verfügung hat, lebt nach Aussagen der Weltorganisation in Armut. Das entspricht, ohne die Währung und Wertigkeit des Geldes zu berücksichtigen, einer Altersrente der 50er-Jahre in der DDR. Dieser Gedanke führt unweigerlich dazu, dass es keine allgemeingültige Definition von Armut geben kann.

Armut ist immer abhängig von der »Schere« zwischen arm und reich. Weiterhin vom sozialen Umfeld, von der Kaufkraft des Nettoeinkommens und die Höhe des Teils des Lohnes, der zwischen Brutto und Netto liegt. Für diesen Teil der Abgaben und deren gerechte Verteilung, ist allein die Regierung zuständig.

Unter Beachtung dieser Umstände kann es bei uns keine Armut geben und dennoch fühlen sich manche Bürger als arm.

Zum Beispiel meine Enkeltochter, die nach drei, immer weiterentwickelten, Handys nun nicht mehr das allerneueste geschenkt bekommt. Sie fühlt sich arm gegenüber ihren Mitschülerinnen. Armut ist also ein Gefühl, welches sich durch den weltweit existierenden Reichtum im Denken der Menschen aufbaut.

Können wir nicht mit dem Geschaffenen zufrieden sein? Prekär wird die Situation erst, wenn ich durch vermehrte Abgaben das Geschaffene nicht mehr erhalten kann und mein ehrlich erworbenes Eigentum veräußert werden muss.

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