Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Tötung des Terroristen

19.05.2011, Dr. H. Bomke, Schwerin

Es ist reichlich undiplomatisch, wenn die deutsche Bundeskanzlerin den Tod eines Menschen, und sei es auch eines Terroristen, als Grund zur Freude ausgibt. Ich meine, dass der Kampf gegen den Terrorismus mit der Hinrichtung eines Menschen durch eine geheime Kommandoaktion niemals zu vereinbaren ist. Der Verbrecher Bin Laden hätte ein Verfahren vor dem Internationalen Strafgericht in Den Haag oder vor einem US-Gericht erhalten müssen. Jemanden als vogelfrei zu betrachten und ihn auf fremdem Hoheitsgebiet zu erschießen, bedeutet eine völkerrechtswidrige Liquidation und ist meines Wissens mit dem Gewaltverbot des Artikels 2, Ziffer 4 der UN-Charta unvereinbar. Zur Erinnerung: Nazi-Verbrecher wie z.B. Generalfeldmarschall Keitel erhielten u.a. wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit 1945/46 zuerst einen Strafprozess vor dem Internationalen Mitlitärgerichtshof in Nürnberg, bevor sie gehenkt wurden. Auch SS-Hauptsturmführer Eichmann musste sich vor Gericht verantworten, bevor er 1962 in Israel durch den Strang hingerichtet wurde. Auf diese Weise erfuhr die Weltöffentlichkeit mehr über die Hintergründe der furchtbaren Verbrechen. So hätte man auch mit dem Terroristen Bin Laden verfahren müssen, denn Lebensrecht ist unteilbar.

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