Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Tag des offenen Hofes

09.06.2016, Udo Cimutta, Steinfeld

Das Image der Landwirte hat gelitten. Dabei gebührt jenen, die tagein tagaus für unsere Ernährung sorgen, doch großer Respekt und Achtung? Wenn man in Deutschland über die Beamten spricht, dann redet keiner von den überbezahlten Regierungsdirektoren mit fetten Pensionen, nein, dann holt man den einfachen Polizisten von der Straße in die Medien. So ähnlich ist das auch mit den Bauern. Da wird in den Medien ein Landwirt, der in Schleswig-Holstein einen kleinen Bio-Hof betreibt und hier nahe bei Rostock als Großinvestor einen agrar-industriellen Komplex aufzieht schon mal schnell zum ökologischen Helden gemacht: grüner Strom aus Biogas, leckere Hähnchen aus Bodenhaltung für die Ernährung der Region und Veredelung der leichten Sandböden Mecklenburgs mit wertvollem Hühner-Mist. Keine Silbe von Keimen, die multiresistent in den Megaställen gebrütet werden, keine Silbe von den nachgewiesenen Belastungen für Menschen, Tier und Umwelt. Eben jener Gutmensch der Landwirtschaft öffnet nun seinen Hof. Alle sollen Schauen kommen, wie gut er für die Region sorgt. Es gibt gegrillte Hähnchen vom multinationalen Großanbieter – umsonst. Eine Firma die sein Partner ist und für die restlose Vermarktung seiner massenhaft produzierten Hühner sorgt. Nicht in der Region, nein in der ganzen Welt. Vorzüglich aber in Afrika, weil da die Einheimischen einfach zu primitiv sind, um so billig und massenhaft Geflügelfleisch zu produzieren. Das sagen die Sprecher solcher Firmen natürlich nicht, aber handeln tun sie danach. Das unser lokaler Landwirtschaftheld in diesem Spiel kräftig mitmischt, um kräftig daran zu verdienen, ist in seiner Selbstdarstellung in den Medien nicht zu finden.

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