Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Tafel-Essen

16.03.2018, Helene Ullrich

Ich habe durch Medienberichte erfahren, dass dieser Verein vor 25 Jahren gegründet wurde und das während dieser Zeitspanne schon 50.000 Menschen mit Tafel-Essen versorgt wurden. Diese hohe Zahlenangabe war sicherlich dadurch entstanden, weil nach der Wende ehemalige DDR-Berufstätige unerwartet in die Arbeitslosigkeit geraten waren und somit bei der Tafelversorgung hinzugerechnet werden mussten.

Diese Zahl hatte sich schlagartig erhöht, als wir folgend Flüchtlinge aufnehmen mussten, die durch die Kriegsgeschehen in ihrer Heimat teilweise alles verloren haben und so bei uns Zuflucht gesucht haben, um ihr Leben nicht auch noch zu verlieren.

Spitzenpolitiker haben es gewusst, dass viele von ihnen ihre Häuser auch durch unsere Bomben verlieren, und dass unsere Waffen auch Menschen töten, aber sie blieben einfach mundlos. Die Industriellen verdienen wieder an Kriegsmaterial, so wie ehemals, und die vielen Parteien, außer die Linkspartei, drückten alle die Augen zu. Wir ehemaligen Ostler wurden einfach in dieser äußerst unübersichtlichen, prekären Angelegenheit der Konflikte in die Natoverlängerung hineinbugsiert, die genaugenommen nicht mehr begründet war, nachdem Russland die DDR freiwillig frei gab, was als Zeichen des Endes des kalten Krieges zu erkennen war.

Die Nato hätte also aufgelöst werden können, aber die dahinterstehenden Fakten werden wir einfachen Menschen nie zu wissen bekommen. Als neue BRD-Bürgerin wurde ich einfach als neue Steuerzahlerin mit einbezogen und muss nun die Natokosten, die durch die Kriege in der Welt immer höher steigen, mit tragen. Ich fühle mich hintergangen, denn so hatte ich mir die Zukunft nicht vorgestellt. Diese Geschehnisse, mit der Tafel, so wie auch in Situationen bei anderen Dingen, sind aktuelle Wirklichkeiten, die von den Politikern nicht erkannt worden sind. Es sind teilweise noch Fakten bzw. Angelegenheiten, die noch nicht erfüllt sind, nach Versprechungen. Bei der Tafelversorgung war es auch kein Thema von gestern, sondern war zuvor schon da. Die Politiker, die uns führen haben bisher in allen Punkten versagt. Sie haben nicht an uns und auch nicht an die Menschen gedacht, die in Not sind.

Nun war es geschehen, dass indessen Aktionen auf den Straßen geschahen mit Demos und andere Aktionen. Armutsbetroffene wurden nun durch die Kälte und Hunger getrieben gegenseitige Konkurenten zu werden. Ich als ehemalige DDR-Bürgerin kannte solche Vereine nicht und finde es echt beschämend, dass ich nun als neue BRD-Bürgerin davon Kenntnis nehmen musste. Unsere Spitzen-Politiker haben uns ehedem als Volk gebraucht, haben uns inzwischen aber vergessen. Die vielen Parteien standen zu lange im politischem Machtkampf und sind noch immer damit beschäftigt ihre Machtposition zu stärken und sind noch in gegenseitiger Politkonkurenz.Helene Ullrich

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.