Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

SVZ Artikel Zu Windkraft: Bürgerbeteiligung endet

01.05.2019, Alexander Gamm, Crivitz

 

das ist mir einfach zu kurz und unklar dargestellt. Korrekt ist es, dass die Bürgerbeteiligung zu den Windeignungsgebieten am 10. Mai endet. Schön ist es, dass es eine derartige Bürgerbeteiligung gibt und sie äußerst rege genutzt wird. Eine Katastrophe ist es, dass diese Bürgerbeteiligung aber voraussichtlich in frühestens zwei Jahren zum Teil in die Planung der Windeignungsgebiete mit einfließen wird. Eine Katastrophe ist es, dass momentan ausschließlich das Baurecht mit der Privilegierung der Windkraftanlagen gilt. Wenn keine überwiegend öffentlichen Belange vorhanden sind, können Windräder nach BauGB einfach gebaut werden. Denn die Regionalplanung ist per Gerichtsurteil aufgehoben. Also Antrag stellen, Bearbeitungsfrist abwarten, Windräder bauen. Im Landkreis stapeln sich bereits die Bauanträge für Windräder und viele Menschen resignieren, wenden sich von der Politik ab, fühlen sich verraten und verkauft. Wenn es jetzt kein Einsehen der Landesregierung gibt, werden die Windräder gebaut sein, bevor überhaupt eine Regionalplanung greifen kann. Die Windräder könnten im schlimmsten Fall in den nächsten Monaten stehen. Wir werden verschaukelt von der SPD/CDU Landesregierung. Die Bürgerbeteiligung wird hier nichts mehr bewirken. Wenn die Beteiligung der Bürger wirklich und ehrlich gewollt ist, geht es nur mit einem Moratorium für Windkraft. Ein entsprechendes Gesetz wie in Schleswig-Holstein. Dort haben SPD und CDU gezeigt, dass sie den Bürgerwillen akzeptieren. Der Stand der Windräder wird bis zur vernünftigen weiteren Planung und Entscheidung eingefroren. Sind wir hier Menschen 2.Klasse? In Bayern gilt z.B. die 10H Regelung- ein Abstand von 10mal Nabenhöhe. Unsere regionalen Banken sagen, dass unsere Wohnhäuser in der Nähe von Windrädern 50% an Wert verlieren, stellenweise bis zur Unverkäuflichkeit. Neben Windkraftanlagen verlieren Menschen ihre Altersvorsorge, haben Verschattung, Infraschall, Beleuchtung und permanenten Flügellärm. Das macht krank, das ist Enteignung. Vom Zerstören der einzigartigen Landschaft und Natur ganz zu schweigen. Erneuerbare Energien ja, aber nur im Einklang mit Mensch und Natur, im Einklang mit den Menschen vor Ort. Es ist unsere Heimat und sie soll es auch bleiben. Das Schreiben Sie bitte künftig mit dazu, auch damit es unsere Jungen und unsere „Stadtmenschen“ ein wenig besser verstehen. Und ich lade Sie alle ein, hier hinaus zu kommen, sich Windräder anzusehen, anzuhören, es zu fühlen. Sehen Sie sich das Ganze bitte vor Ort einmal an, hören Sie bitte zu, weshalb wir uns dagegen wehren. Genau deshalb kommen Sie zu uns nach Wessin und hören Sie den Menschen zu.

 

 

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