Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Streitkultur

12.11.2010, Wilfried Boldt, Wismar

Obwohl bewiesen ist, dass das Abstimmungsergebnis falsch gezählt wurde, beharrten die Fraktionen der SPD/CDU auf einen Beschluss, der bei richtiger Zählung nicht zu Stande gekommen wäre. Fehler machen wir alle, das ist menschlich, doch man sollte die Courage haben solche Dinge

zu korrigieren. Also worum geht es? Es geht um 5 Säulen von St. Marien und den dazugehörigen Beschluss der Bürgerschaft der Hansestadt Wismar. Im Grunde bin ich dafür, dass die restlichen Säulen von St. Marien auch noch aufgemauert werden. Doch dies macht vorerst keinen Sinn, wenn wir es ehrlich mit der Bürgerbeteiligung meinen. Denn die Bürgerschaft hat für das Gotische Viertel ein Beteiligungs- und Mitwirkungsverfahren beschlossen. Also dürfen wir in der jetzigen Phase nicht noch mehr Tatsachen schaffen. Was ich zu diesem Thema und anderen Dingen aus der Bürgerschaft in den letzten Tagen in der Zeitung lesen konnte, macht mich traurig und wütend zugleich. Nicht alles was die sogenannte Opposition tut ist optimal, doch ein Demokratisierungsprozess ist erkennbar. Nun mag dies einigen nicht gefallen, auch weil man in der Vergangenheit anderes gewohnt war. Doch

eine gewisse Streitkultur, verbunden mit dem Ringen nach den besten Lösungen wird Wismar nicht schaden. Einseitige Pressedarstellungen, Beleidigungen und Populismus vergiften eine ohnehin schwierige Situation zusätzlich. Bitte lassen Sie uns den Disput sachbezogen führen. Es ist für die Schreiberlinge (also auch für mich) ziemlich einfach ab und zu einen Leserbrief zu formulieren. Viel schwerer ist es, sich als Ehrenamtlicher mit den unterschiedlichsten Problemen unserer Stadt täglich auseinanderzusetzen, für die Menschen ansprechbar zu sein und dabei immer so Tief in der Materie zu stecken, wie es notwendig wäre. Wir leben im Kapitalismus; die Meisten wollen für ihr Tun ein Stück vom Kuchen. Viele verarmen, Einige verdienen sich eine goldene Nase. Ich bekomme in Bezug auf die Bürgerschaft noch nicht einmal 1 Euro die Stunde, muss für diese Arbeit noch hart verdientes Geld einbringen und

wurde auf Umwegen fast in den Ruin getrieben. Wenn ich dann auch noch höre oder lese, was ich für ein Armleuchter bin, der sich auch nur bereichert, dann platzt mir fast der Kragen.

Wilfried Boldt, Wismar

 

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