Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Stralsund – Berlin und zurück

13.04.2011, Manfred Butter, Kommunalpolitiker

Sicher wird jeder Bundesbürger auch mal die Hauptstadt Berlin besuchen wollen, oder er muss des Öfteren dienstlich, z. B. als Bundestagsabgeordneter oder Kommunalpolitiker dorthin.

Diese Fahrten sollten frühmorgens auch mit einem Schnellzug möglich sein, aber die Ankunft 10.21 Uhr auf dem neuen Berliner Hauptbahnhof ist einfach zu spät mit dem IC 2150 um 7.36 Uhr von Stralsund.

Der vorausfahrende RE 18307 ist ein »Bummelzug« mit einer Fahrtzeit von drei Stunden und zwölf Minuten bei Halt an jedem Bahnhof zwischen Stralsund und Berlin. Er lässt jeden Fahrgast nach dem frühen Aufstehen ohne Reiseproviant an Bord schnell ermüden.

Zu DDR-Zeiten konnte man für Großstrecken immer Schnellzüge mit der Symbolik »D« (Durchgangszug) benutzen, die aber bezahlbar waren. Selbstverständlich fuhren diesen D-Zügen auch immer sogenannte Personenzüge (Bummelzüge) voraus, um den Fahrgästen von den kleineren Bahnhöfen das Umsteigen an den größeren Bahnhöfen in den schnelleren Zug zu ermöglichen. Demzufolge muss des morgens gegen 6.30 Uhr Abfahrtzeit von Stralsund ein IC her, der 9.15 Uhr (zwei Stunden 45 Minuten Fahrtzeit) in Berlin ist, denn die Dienstberatungen beginnen in der Regel 10 Uhr und müssten mit S- bzw. U-Bahn auch erreichbar sein.

Nachmittags zurück mit dem Usedom-Express ab 16.52 Uhr Berlin-Hauptbahnhof und ein Umsteigen in Züssow in einen Zug nach Stralsund/Rügen mit der Abfahrtzeit 19.26 Uhr und nicht erst wie derzeitig um 19.48 Uhr. Letztendlich will jeder nach getaner Arbeit schnell nach Hause kommen.

Für Spätrückfahrer von Berlin müsste der EC 170 aus Budapest mit einer Abfahrtzeit von Berlin-Hbf 21.20 Uhr und Ankunft in Stralsund gegen 24 Uhr weiter geführt werden.

Der nachfolgende RE 18322 ab Angermünde sollte nicht nur sonntags, sondern wie der EC 170 aus Budapest auch täglich fahren, um das Umsteigen der Fahrgäste aus dem EC in den RE an den Haltebahnhöfen zu gewähren. Fährt man allerdings mit dem eigenen Pkw auf der A 20/A11, so werden von Stralsund bis Berlin-Mitte bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 108 km/h nur 2,5 Std. benötigt und ist immer noch 15 Minuten schneller als der IC auf den Gleisen.

Die Zugfahrt mit einem IC von einer Ostseestadt zur Hauptstadt ist im Vergleich zu anderen Bahnstrecken in Deutschland einfach zu langsam und müsste schnellstens optimiert werden.

 

 

 

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