Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Stallerweiterung

23.06.2019, Bernd Schlösser, Dragun
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Bauer will - Anwohner nicht"
im Schweriner Blitz vom 23.06.2019

Hallo Herr Grünberg, Sie und die Anwohner Stolpes sind nicht allein. Auch hier in Dragun/Vietlübbe spielt sich nahezu 1:1 Ähnliches ab und das STALU schei... auf den Willen der Einwohner. Seit Jahren gibt es ein Gerangel um die Stallerweiterung (Verdoppelung des Viehbestandes (574 auf 1.140) eines ansässigen Landwirtes. Dabei weiß man schon jetzt kaum wohin mit der Gülle.

Vor ca. 3 Jahren wurde eine sog. "Güllelagune" (man beachte den pittoresken Ausdruck) zwischen Dragun und Schönfeld Mühle angelegt. Und so rasen (eigentlich sind 30 km/h erlaubt, die hier kaum ein Traktorfahrer einhält) die schwergewichtigen Gülletransporter zur Zwischenlagerung zw. neuerlichen Abholung der Gülle durch die engen, kurvigen Straßen der Dörfer. An manchen Tagen 60 - 80 mal.

Von mir selbst beobachtet: Im Hochsommer 2017 stand die Gülle auf einem Ackerrand ca. 2 Wochen etwa wadentief, ohne merklich zu versickern. Wohlgemerkt: Im Hochsommer, wo die Böden offen sind und auch eine großzügige Verdunstung vorausgesetzt werden darf. Heißt für mich: Der Boden ist satt!

Eine Bürgerversammlung im März d. J. in Dragun zeigte eindeutig (und dies ist kein neuer Fakt), dass die Anwohner zu nahezu 100% ganz klar gegen die Stallweiterung sind. Aber das ficht das STALU nicht an und genehmigt die Stallerweiterung. Das ist gelebte Demokratie. Wir machen, was wir wollen.

Und natürlich voll gegen den vernünftigen Trend zu einer umweltverträglichen Landwirtschaft. Mein Vorschlag: Die Damen und Herren Verantwortlichen vom STALU schnellstens wachstupsen und informieren, wohin die Reise geht.

Die Gemeinde geht nun gerichtlich gegen diese Entscheidung vor. Steuergelder, die man sich sparen könnte, wenn man von behördlicher Seite nach dem gesunden Menschenverstand, vernünftigen Fakten und dem Bürgerwillen entscheiden würde.

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