Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Sparzwänge und Theater

04.03.2011, Anonym (Name dem Verlag bekannt)

Ehrlich gesagt, verstehe ich die einseitigen Diskussionen um die abrupte, aber richtigerweise konsequente Schließung des VTR nicht. Wie oft sind aufgrund von Sicherheitsmängeln bei Großveranstaltungen Menschenopfer zu beklagen gewesen, wie z.B. bei der letzten Loveparade.

Jeder einzelne Vorstellungstag hätte zu einer Katastrophe führen können, eine achtlos weggeworfene Kippe, ein technischer Defekt o.ä. Wenn Menschen verletzt würden oder gar um’s Leben gekommen wären, ja dann hieße es: »Warum haben die Verantwortlichen nicht gehandelt, um das zu verhindern, sie haben es doch lange genug gewusst! Jetzt hat der Staatsanwalt das Wort, jetzt müssen Köpfe rollen!«

In Zeiten drastischer Sparzwän­ge ist mal schnell ein Theaterneubau eben nicht drin. Mal davon abgesehen, dass die Kulturverantwortlichen der Stadt ihre Hausaufgaben (Museumskonzept usw.) nicht gemacht haben, hätte ich persönlich Probleme damit, eine völlig unrentable Einrichtung am Leben zu erhalten, die Monat für Monat 1,5 Millionen Euro (!) verschlingt. Hier sind ganz sicher Lösungen gefragt, bis hin zur Klärung der Verantwortlichkeit der Theater GmbH.

Den Befürwortern eines schnellen Theaterneubaus sei gesagt, dass auch der Wunsch »größer, pompöser, attraktiver als alle anderen!« garantiert zur Kostenfalle wird, wie z.B. das (umstrittene) »Darwineum« in Rostock oder die Elbphilharmonie in Hamburg.

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