Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Souverän für einen Tag!

13.09.2011, Franz Savatzki

Es mag die Wahl so oder so ausfallen, manche Parteien können hundertmal die Parlamentswahlen gewinnen, die Probleme der einfachen Menschen werden dadurch nicht behoben, weil der Kurs der alte bleibt. Denn auch diese Wahl hatte keinen anderen Zweck als den, darüber zu entscheiden, wer die gegenwärtige Politik betreiben darf und dafür mit Pfründen und Ministersessel belohnt wird. Jeweils nach vier Jahren laufen die schon so oft Betrogenen hin und geben einer anderen Partei die Stimme. Sie merken immer wieder zu spät, dass sie auf die ausgelegten Leimspuren hereingefallen sind. Auch vor dieser Wahl war wieder viel die Rede von »Einflussnehmen, Mitbestimmen, Einmischen«. Auch die, die Wahlparolen noch sehr wörtlich nehmen, werden bald merken, dass manche Parteien wieder mal die unverschämtesten Versprechungen gemacht haben, um den Wählern nach der Wahl mit dem bekannten Fußtritt zu entlohnen. Die im Wähler nur dann einen »Souverän« sehen, wenn sie ihn bei Wahlen nötig haben. Denn kein Wähler wird auch in Zukunft Einfluss bzw. Mitbestimmung haben z.B. bei Sozialabbau, spekulative Wohnungsverkäufe, Wuchermieten, Bonus­-

zahlungen an Managern mit Mammutgehältern, Arbeitsplatzabbau, permanente Verteuerung aller Lebenshaltungskosten durch alle »Dienstleister«, Steuergeldverschwendung in Millionenhöhe. Die kleinen Leu­te werden den Weg der finanziellen Ausplünderung weitergehen müssen. Wir brauchen keine papierenen Rechte, sondern Taten gegen alle Missstände und Auswüchse, die noch nie durch eine Wahl abgestellt wurden. Wir brauchen keine geräuschvollen »Siegesfeiern« der »Polit-Stars«, die nach der Wahl nicht bereit bzw. in der Lage sind, ihre Versprechen einzulösen.

Denn es sollte der Sinn einer Demokratie sein, dass der Gewählte an das Mandat der Wahlen gebunden ist. Wenn das nicht der Fall ist, wäre ja jede Wahl überflüssig, dann könnte man die Ämter aus auswürfeln.

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