Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Soldaten aus MV im Brennpunkt Nah-Ost

09.01.2013, Horst Neumann, Bad Kleinen

Als stände ihnen eine höchst ehrenwerte Aufgabe bevor, wurden mit hoher medialer Aufmerksamkeit die Soldaten aus MV verabschiedet, die mit ihren

Patriot-Luftabwehrraketen zu einem neuen Kriegsschauplatz in die Türkei verabschiedet wurden. Dass das Grundgesetz und der 4+2 Vertrag Deutschland zum Frieden verpflichtet, wird kaum erwähnt. Der Deutsche Bundestag beruft sich bei dem Beschluss über diesen Einsatz auf das Verteidigungsbündnis NATO, dessen Mitglied Türkei die Waffen angefordert hat. Doch wurde die Türkei bisher nicht angegriffen, auch von Syrien nicht. Demgegenüber hat der türkische Ministerpräsident auch jüngst wieder erklärt, zum Krieg gegen Syrien bereit zu sein und hat sich dieses Vorhaben bereits im Herbst 2012 durch das Parlament bestätigen lassen. So werden selbst die NATO-Richtlinien über einen Verteidigungsfall umgedeutet in die Unterstützung eines Mitglieds, das einen Krieg gegen seinen Nachbarn androht und vorbereitet.

In den Medien liest man auch selten, dass Syrien wiederholt jede Angriffsabsicht auf die Türkei zurückgewiesen hat. Das ist für jeden, der sich noch ein bisschen Menschenverstand erhalten hat, auch glaubwürdig. Die militärische Kräfte Syriens

sind bis ins Äußerste angespannt im Kampf gegen große ausländische Terroreinheiten. Warum sollte es sich auch noch in einen Krieg mit einer äußerst starken Militärmacht, wie der Türkei, einlassen wollen?

In der deutschen Politik- und Mediendarstellung wird dessen ungeachtet, davon ausgegangen, dass Syrien, nach Abschluss der Stationierung der NATO-Kräfte, die Türkei mit Raketen angreifen wird. Es ist allerdings zu befürchten, dass dann tatsächlich einige Raketen aus Richtung Syrien in der Türkei eintreffen, damit »zurückgeschossen« werden kann. Der Einsatz soll im April beendet sein. Drohen dann keine Raketen mehr? Oder heißt das, die NATO hat ihr Ziel erreicht und Syrien ist besiegt? Doch vielleicht gibt es auch eine Verlängerung.

Mit der deutschen Beteiligung an diesen Kriegsvorbereitungen werden nicht nur deutsche Gesetzte verletzt, sondern auch internationale, wie die UN-Charta

Kapitel 2, die nicht nur einen Angriffskrieg verbietet, sondern auch die Kriegsdrohung.

 

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