Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

So viel zum Thema Lohn

04.08.2014, Marion Burock, Dragun

Am Sonntag, 20. Juli 2014, war ich auf dem Flohmarkt und hörte dort das noch Pflücker für Kirschen und Pflaumen gesucht werden. Nach dem Motto Taschengeld aufbessern und naschen. Ich fragte nach und bekam zur Antwort, Montag ab 9 Uhr kann man dort hinkommen. Also fuhr ich zur Plantage, die ca. 30 km von meinem Dorf entfernt ist. Zu meiner Verwunderung waren dort nicht viele Pflücker (zu Ostzeiten waren es viel mehr), ca. sieben deutsche und ca. 15 polnische Pflücker. Wie sich im Laufe des Tages aus Gesprächen herausstellte, waren die deutschen Pflücker vom Arbeitsamt delegiert, was dann auch die Arbeitsmoral erklärte. Die polnischen Pflücker (ganze Familien), so erfuhr ich, arbeiten von morgens 5 Uhr bis 18 Uhr. Eine harte Arbeit, bei der Hitze, und man wird nach Kilogramm bezahlt. Ich hielt es sechs Stunden aus, schaffte sieben mal zehn Liter Eimer und war fix und alle. Für die ersten kg Kirschen gab es 0,15 Cent, das steigerte sich dann, je mehr kg um so mehr Cent. Ich war nur den einen Tag dort. Tja, Freitag ab 16 Uhr gab es den verdienten Lohn. 9,82 Euro. Montag 60 km gefahren, Freitag 60 km gefahren um den Lohn abzuholen. Ich habe dann noch am Freitag einen Eimer Kirschen für den Eigenbedarf gepflückt. Das kg 2 Euro. Ich habe die Plantage mit den Kirschbäumen gesehen und denke so bei mir, das die Hälfte der Kirschen an den Bäumchen vergammeln werden. Wen wunderts.

Marion Burock (60 J.), Dragun

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