Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

So genannter »Ostbeauftragter« – wozu?

28.05.2018, Hans Bremerkamp, Rostock

Da installiert die Bundesregierung einen so genannten »Ostbeauftragten«, offenbar ohne diesem Mann klarzumachen, welche Aufgaben er hat. So macht sich dieser famose Herr Hirte also selbst einen Kopf, sucht sich »Ostprobleme« und findet solche ausgerechnet nicht in der Gegenwart und der Zeit seit dem Beitritt, sondern in der Geschichte der DDR. Obwohl hinreichend bekannt ist, dass der Staat der BRD mit seiner Gründung in seinen Ämtern aller Ebenen massenhaft zum Teil stark belastete Altnazis, vorwiegend Beamte, beschäftigte, glaubt der »Ostbeauftragte« Erscheinungen wie Ausländerfeindlichkeit und neonazistische Tendenzen im Osten in der Entwicklung der DDR suchen zu müssen. Seine These: Nach 1945 wurde einfach die alte Diktatur der Nazis durch eine neue abgelöst. So einfach kann man komplizierte gesellschaftliche Prozesse und Umwälzungen darstellen. Simpler geht’s nicht, und plumper lügen kann man auch nicht.

Anstatt mitzuhelfen, die noch bestehenden Gräben zwischen Ost und West zuzuschütten, buddelt dieser Herr eifrig, um diese Gräben zu vertiefen. Er ist gebürtiger Thüringer. Ist er auch bis zur Wende dort aufgewachsen? Dann müsste er die Realität in der DDR doch besser beurteilen können.

Ein Mann dieser Grundhaltung ist auf diesem Posten fehl am Platze.

Wenn es eines solchen Postens überhaupt bedarf, dann gibt es sicherlich klügere Menschen, die dafür geeignet sind.

Klugscheißer, vor allem Wessis, die das Leben in der DDR überhaupt nicht kennen, sich aber arrogant anmaßen, es beurteilen zu müssen, haben wir zur Genüge kennengelernt.

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