Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Siehe Römer

16.05.2018, Helmut Kurzmann, Görslow

Da kündigen die USA, einseitig, den Atom-Vertrag mit dem Iran. Welch eine Leistung! Präsident Trump sagte ja unverhohlen, im Iran muss eine andere Regierung an die Macht gebracht werden. Ähnliches hatten wir bereits im Irak, Libyen, Grenada usw. Aber immer klappte es nicht so richtig, manchmal blieb nur Chaos übrig. Die USA sind eine Weltmacht, und sie wissen das gut zu nutzen. In einer Tageszeitung war letztens eine herrliche Karikatur: Zwei Geheimdienstmitarbeiter unterhalten sich: Frage, wo sollen wir denn die Atomanlagen des Iran suchen? Antwort, neben den Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein im Irak! Eigentlich sagt das alles! Weltmächte kommen und gehen, siehe die Römer. Sie besetzten die Hälfte der damals bekannten Welt. Die Spanier folgten mit der neuen Welt. Sie besetzten Südamerika von Feuerland bis Mexiko. Nur Brasilien blieb portugiesisch. Nach den Spaniern kamen die Engländer, Indien, Kanada, Australien, alles war britisch. Nun sind die USA dran. Es sei denn, sie provozieren einen Atomkrieg. Dann gibt es keine Weltmacht mehr, weil es keine Welt mehr geben wird. Wenn die USA rief, standen immer die Vasallen Gewehr bei Fuß. Ob es diesmal auch so sein wird, ist noch fraglich. Schröder lehnte ja damals den Einmarsch in den Irak ab, und wurde von Busch gescholten. Aber ich befürchte, Merkel ist kein Schröder. Amerika first, so wird es bleiben, alles andere ist nicht wichtig. Die Weltmacht USA müsste ihrer Verantwortung gerecht werden und vor allem als Friedensstifter auftreten. Aber ich stelle fest, das ist Wunschdenken. Es bleibt bei, Amerika first! Saudi Arabien, als treuer Vasall der USA, führt auch Kriege, so wie es lustig ist, niemand stoppt es, solange es unter amerikanischen Fittichen ist, das ist der jetzige Stand. Da ist der Friede in weiter Ferne. Wollen wir hoffen, dass alles friedlich wird und dann auch bleibt. Der Möglichkeiten gibt es viele, man muss sie nur nutzen. Neue Weltmächte sind bereits im Kommen, siehe China.

Helmut Kurzmann, Görslow

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