Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Sesselfu..er gegen 1000 Kleingärtner

24.06.2015, Hartwig Niemann , Rostock

Ich bin zutiefst darüber enttäuscht, was hier bei uns in Rostock abläuft. Ca. 1000 Kleingärten soll platt gemacht werden um so Freiraum für den Wohnungsbau zu schaffen. Begründung: Man will die Innenstadt entlasten. Purer Unsinn! Sie sagen nicht die Wahrheit. Sie wollen Freiflächen für den Wohnungsbau schaffen, weil der Wohnungsbau auf dem Immobilienmarkt boomt wie nie zuvor. Sie wollen „Kohle“ machen- Geld! Geld! Geld! – und nochmals Geld! Die Würde der Kleingärtner, die mit viel Liebe ihre Grünflächen bearbeiten interessiert sie nicht. Notfalls drohen sie mit Gerichtsverfahren.

In Toitenwinkel wurden bisher ganze Häuserblocks abgerissen und in Dierkow wurden Häuserkomplexe zurückgebaut. Es lebt sich gut nicht nur in Toitenwinkel, sondern auch in Rostock Dierkow. Hier gibt es viel Freiraum und vor allen Dingen umfangreiche Parkmöglichkeiten. Ich wohne hier seit 1984 und fühle mich rundum wohl und zufrieden.

 

Kleingärten sind wunderbare Oasen nicht nur für die Bienen, sondern auch für Schmetterlinge und Vögel. Denen wird die Überlebenschance genommen, wenn 1000 Gärten platt gemacht werden.

Ich bewirtschafte seit 32 Jahren meinen Garten und weiß worüber ich schreibe. Es ist ein Hochgenuss und eine innere Freude für mich wenn in meiner 12 m langen Veigelia-Blütenstrauchhecke (blüht von März bis Juli) die Bienen summen und wenn die Erdhummeln sich in meiner 20 m langen Knallerbsenhecke tummeln (blüht jetzt – wird daher von mir erst Mitte Juli geschnitten). Bienen tummeln sich auch gerne im Boretsch oder in den Blüten der Phacelia (auch Bienenweide genannt).

Das alles wird nicht mehr möglich sein, wenn diese Gärten platt gemacht werden. Wenn es keine Bienen mehr gibt ist alles zu spät. Das sollten sich auch die Sesselfu..er

hinter die Ohren schreiben. Dann könnt ihr euch eure teuren Wohnungen symbolisch auf einer Plakette an den Hut kleben.

 

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.