Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Selten so berührt

28.11.2018, Dr. Hans Bomke, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Das Leben ausleben lassen"
im Schweriner Blitz vom 28.11.2018

Zu »Das Leben ausleben lassen«, vom 25. November, S. 4.

Selten hat mich ein Zeitungsartikel so berührt wie dieser »Blitz«-Beitrag über die Ärztin, deren erfülltes Berufsleben sie nicht ruhen lässt und zur ehrenamtlichen Tätigkeit zum Wohle der Menschen führt. Er erinnerte mich zugleich an die Worte des russischen Schriftstellers Nikolai A. Ostrowski »Das Wertvollste, das der Mensch besitzt, ist sein Leben, es wird ihm nur einmal gegeben.« Es ist für einen Sterbenden erleichternd, wenn ihm vorgelesen wird, er den Händedruck und das »Auf Wiedersehen« erlebt. Auch die positive Wirkung eines Gebetes sollte nicht vergessen werden, zumal es im »Vaterunser« heißt »Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben...« Der Begleiter sagt also nicht: vergib ihm seine Schuld, sondern es wird um Vergebung für uns alle gebeten. Dabei denke ich nochmals an die große Tat des Briten Richard Howard. Angesichts der von den Deutschen zerstörten St. Michael‘s Cathe­dral von Coventry im November 1940 und 550 Toten ließ er in die Chorwand der Ruine meißeln: »Father forgive«. Für alle wurde um Vergebung gebeten, wissend, dass andere und auch wir selbst Unrecht tun. Dem Nächsten »das Leben ausleben lassen – so gut es geht«, eine ehrenvolle Haltung dieser Ärztin aus Ribnitz-Damgarten. Ein Trost zu wissen, dass es solche Begleiterinnen gibt.

Dr. Hans Bomke, Schwerin

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