Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Seenrunde

13.06.2018, Solli Wegener aus Strasburg, Gabi Miketta aus Berlin und Simone Weirauch aus Strasburg

Leserbrief zur Berichterstattung über die Mecklenburger Seenrunde am 26. Mai 2018 in Neubrandenburg, bei der nicht nur die Tempomacher und ambitionierten Radfahrer auf ihre Kosten kamen, sondern jeder, der einfach nur gern Fahrrad fährt. So wie wir.

Dreimal sind wir nun schon zu dritt die in Deutschland einzigartige 90-Kilometer-Frauenrunde bei der MSR gefahren. Wir finishten 2015, 2016 und 2018. Nach jeder Tour durch die hügelige, blühende Frühsommerlandschaft, durch Felder, Wiesen, Wälder und Dörfer sind wir hellauf begeistert von unserer Region und den vielen Organisatoren dieser Tour ins Ziel gerollt. Unser MSR-Tag zählt für uns bestimmt auch 2018 zu den schönsten Erlebnissen unseres sportlichen Jahres. Ja, 90 Kilometer Rad fahren – das ist eine Herausforderung, zwei von uns konnten diesmal vorher nur wenig radeln (hatten jeweils nur 70 Kilometer in den Beinen). Aber bei dieser Radfahr-Veranstaltung geht es eben nicht um Zeiten und Plätze. Darum trauten wir uns einfach wieder und sagten nicht ab. Um so größer war die Freude, als wir im letzten Startblock standen und den Moderator sagen hörten: „An alle Frauen: Es zählt nicht das Ergebnis, Zeiten und Plätze vergisst man ... es zählt das Erlebnis.“ Treten, schauen, essen, trinken, plaudern und an den schönsten Stellen einfach absteigen und ein Foto machen – so sind wir gut voran gekommen mit unseren Tourenrädern und können allen jungen und reiferen Frauen (zwei von uns sind schon Omas), die gern Rad fahren, nur ermutigen, im nächsten Jahr einfach mitzumachen. Bei der MSR-Frauenrunde kann jede Teilnehmerin in ihrem Tempo fahren. Nach dem Mittags-Stop im Feldberger Depot, also etwa nach der Hälfte der Distanz, regnete es kurz und heftig, unter einem Zelt stehend lernten wir die diesjährige Besatzung vom „Besenwagen“ kennen – wir waren also die Letzten. Aber niemand trieb uns, wir hörten beim Fahren die Vögel zwitschern, an allen Depots gab es Getränke und richtig gutes Essen, angeboten von gut gelaunten Helfern. Sie alle begrüßten uns, als wären wir Helden. Als wir nach 90 Kiolmetern dann im Kulturpark als Letzte durchs Ziel rollten und unsere Medaillen in Empfang nahmen, fühlten wir uns so gut, dass eine von uns meinte, sie könnte jetzt noch weiter fahren. Ganz klar, das wünschen wir uns für 2019 – eine Neuauflage der Mecklenburger Seen Runde. Dabei sein macht stolz und glücklich. Dank an alle, die uns dieses gemeinsame Erlebnis ermöglichten.

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