Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Schuld oder Unschuld - das Attentat von Hanau

17.03.2020, Rudolf Hubert, Schwerin Meckl
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Zum Attentat von Hanau"
im Schweriner Blitz vom 01.03.2020

Zunächst: Ich stimme der Meinung ohne Abstriche zu, dass Schuld nachgewiesen werden muss und dass die Schuldunfähigkeit nicht in Misskredit geraten darf. Doch mein Leserbrief hatte einen anderen Kontext und einen anderen Fokus. Mir ging und geht es um die unsägliche Hetze in Teilen der neuen Medien, die der Nährboden sind für skurrile Verschwörungstheorien, die sich in einigen Teilen der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuen. Sie sind auch mitverantwortlich für schlimme Taten, die daraus erwachsen. Und hier darf man die eigene Verantwortung nicht kleinreden, denn ich bleibe dabei: „Wer sich permanent einseitig selbst manipuliert, wer sich ausschließlich in selbstgewählten Echokammern von Verschwörungstheorien aufhält, die durch nichts und niemanden irritiert werden können, ist für dieses Verhalten und die sich daraus (zwangsläufig) ergebende Gesinnung (mit) verantwortlich.“ Und ich halte meine Aussage aufrecht, dass „Menschenrechte und Menschenwürde… nicht absolut begründet werden (können) von Begrifflichkeiten …die ausschließlich die eigene Gruppe oder das eigene Volk meinen.“ Gesellschaftliche Konflikte basieren auf unterschiedlichen Interessen. Und nicht zuletzt deren Verschleierung ist das Ziel von Verschwörungstheoretikern. Das kann, ja das muss man heute deutlich sagen, weil eine offene Gesellschaft eben auch solchen Theorien Raum gibt.

 

Rudolf Hubert

Schwerin

 

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