Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Schöne Weihnachten Herr Möller

23.11.2010, Anonym, Schwerin (Name dem Verlag bekannt)
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Hartz IV"
im Schweriner Blitz vom 21.11.2010

Herr Möller, ich weiß nicht, woher Sie Ihre Auskünfte beziehen, aber bevor man Unwahrheiten verbreitet, sollte man sich richtig informieren. Zurzeit lebt man als Arbeitslosengeld II-Empfänger immer noch von 359 Euro monatlich und nicht von 364 Euro, wie Sie behaupten. Des Weiteren muss auch ich, als Betroffene, meinen Strom, mein Gas und mein Kabelfernsehen selber von den 359 Euro bezahlen. Wie Sie, trage auch ich die Praxisgebühr allein genauso wie die Zuzahlung für Medikamente und Zusatzbeiträge der Krankenkassen. Auch die Kosten für Internet- und Telefonanschluss, welche ich zur Arbeitssuche benötige, übernimmt niemand für mich. Zahle ich Miete und Strom nicht, wird mir ebenso wie jedem anderen die Wohnung gekündigt bzw. der Strom abgestellt. Ich finde es ziemlich unverschämt, Behauptungen aufzustellen, die nicht im Geringsten den Tatsachen entsprechen. Warum gönnen Sie einem Arbeitslosen keinen Hund? Da das Arbeitslosengeld II nicht für Theater, Kino, Konzerte oder ähnliches reicht, ist ein Hund oftmals der einzige soziale Kontakt, den Arbeitslose haben. So ein Tier motiviert doch, trotz aller Schwierigkeiten morgens aufzustehen und ein kleines Stück Verantwortung zu tragen. Und schließlich ist ein Sack Hundefutter billiger als eine Ananas oder eine Weihnachtsente, auf die wir Arbeitslosengeld II-Empfänger wohl auch diese Weihnachten wieder verzichten müssen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Adventszeit.

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