Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Schluss mit der Kriegswaffenproduktion

11.10.2013, Dr. Ernst-Ludwig Hischer, päd. Psychologe

Es genügt nicht, Chemiewaffen zu zerstören, die so genannten konventionellen Waffen sind auch nicht besser. Alle Kriegswaffen müssen schrittweise beseitigt werden und es ist notwendig, die Neuproduktion dieser Waffen für immer zu verbieten. Warum?

Die Geschichte lehrt nicht nur, dass die Produktion der Waffen sehr teuer ist und viele Ressourcen verbraucht, sondern auch, dass mit dem Verwenden der Waffen in den Kriegen nicht ein einziges Problem der Menschheit vollständig positiv gelöst werden kann. Das gilt für die Zukunft erst recht. Alle (fast alle) Menschen in der Welt - auch in den Entwicklungsländern - haben Zugang zu Fernsehern, zum Computer und zu Handys und sehen, wie die Menschen der Oberschicht und der Mittelschicht in den hoch entwickelten Industrieländen leben. Da ist es verständlich, dass die armen, unterdrückten und arbeitslosen Menschen endlich auch so leben wollen. Sie sind bereit, dafür zu kämpfen und notfalls auch zu sterben. Beispiele aus der Gegenwart sind dafür: Der Arabische Frühling, die Invasion der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer, die Demonstrationen und Streiks in Europa. Der Kampf der Millionen lässt sich nicht mehr mit Waffen aufhalten – im Gegenteil, der Einsatz der Waffen durch die noch Herrschenden führt nur zur Verstärkung dieses Kampfes. Leider versuchen Demagogen (Terroristen u.a.) den berechtigten Kampf der Völker und der Volksmassen für ihre Ziele immer stärker auszunutzen.

Mit Hilfe der bisherigen gesellschaftlichen Formen des Zusammenlebens der Menschen, der bisherigen Politik, der ungerechten Verteilung der wirtschaftlichen und finanziellen Kräfte und dem Handeln nach dem egoistischen Prinzip des Konkurrenzkampfes sind die genannten Probleme nicht zu lösen. Der Konkurrenzkampf führt früher oder später immer wieder zu Kriegen.

Die Menschheit steht an einem Scheideweg: So schnell wie möglich müssen materielle, finanzielle, soziale und andere Ressourcen und wissenschaftlichen Erkenntnisse eingesetzt werden, um allen Menschen auf der Erde ein glückliches Leben zu sichern.

Das Prinzip des Konkurrenzkampfes muss durch das Prinzip der gegenseitigen Hilfe ersetzt werden. Das alles erfordert sehr viel Geld, das in der Gesellschaft sehr wohl vorhanden ist, es muss nur richtig eingesetzt werden. Die Menschheit braucht keine Milliardäre - die Menschheit benötigt aber die Milliarden. Diese (in der ganzen Welt sind das Billionen) sind vorrangig zur Schaffung von Arbeitsplätzen einzusetzen. Die Arbeit ist nicht nur notwendig, um die individuelle Existenzgrundlage finanziell und materiell zu sichern; sie ist die Hauptbedingung zur Entwicklung vollwertiger Persönlichkeiten, die diszipliniert und schöpferisch arbeiten können. Die Persönlichkeit entwickelt sich bekanntlich in der Tätigkeit.

Werden oben genannten Aufgaben und Probleme in diesem Jahrhundert nicht gelöst, geht die Menschheit an Konterrevolutionen, Terror und Kriegen zugrunde. Dieser Prozess wird dann noch verstärkt und beschleunigt durch Umweltverschmutzungen und Umweltkatastrophen.

Noch gilt die Forderung: Nie wieder Krieg! Sollte es wider Erwarten doch gelingen, diese Forderung in der Realität durchzusetzen, dann hätten wir eine Welt des Friedens und diese benötigt keine Kriegswaffenproduktion.

 

 

 

 

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