Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Schlechte Aussichten

06.12.2019, Wolfgang Mengel, Stralsund

Unser Klima ist etwas gewöhnungsbedürftig geworden, aber stabil war es seit der Existenz unseres Planeten nie. Es gab sowohl heiße als auch Eiszeiten, als wir noch gar nicht existent waren. Der Neigungswinkel der Erdachse ist auch ganz leichten Schwankungen unterworfen, die aber entsprechende Auswirkungen auf das Klima haben. Es gibt so viele Faktoren, die außerhalb von uns Menschen das Klima beeinflussen. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze, und diese zieht sie, unabhängig von uns, durch. Der schlagende Beweis für unseren maßgeblichen negativen Einfluss ist noch nicht erbracht. Sollten wir aber nach Vorgabe der Politik wirklich das Klimageschehen negativ beeinflussen, so wird sich wohl, solange dieses Wirtschaftssystem am Leben ist, nichts ändern. Da mag ja Deutschland gern Vorreiter für Veränderungen sein, solange hier nicht die ganze Welt mitzieht, wird sich kaum etwas ändern, auch bei uns nicht, denn die Natur kennt keine staatlichen oder territorialen Grenzen. Warum werden nicht die von der Wirtschaft verursachten Belastungen ins Visier genommen? Da müssen Aufträge und Projekte landesweit und europaweit ausgeschrieben werden, statt dass man sie von örtlichen Firmen erledigen lässt. Und der Joghurt von Ehrmann (Süddt.) macht mich persönlich wahrlich auch nicht mehr an als unser hiesiger. Warum müssen die Rohlinge der Brötchen, die die Ketten beziehen, von China eine halbe Weltreise unternehmen? Warnemünde ist stolz auf 196 Anläufe von Kreuzfahrtriesen 2019, da müssen aber die rund 900.000 Passagiere wieder in Busse und Bahn verladen werden, um ins Umland und nach Berlin zu kommen. Und für 2020 peilt der Hafen über 200 Anläufe an! Sehr gut fürs Geschäft, aber fürs Klima? Wenn bei alldem nicht die Bremse gezogen wird, sind alle Bemühungen vergebens. Und dann von uns Bürgern CO2-Steuer zu verlangen, ist Abzocke, und das Angebot eines Ablasshandels an die wahren Schmutzfinken ist nur ein Freikauf, um weiter machen zu dürfen. Herr Herbert Häußer aus Wessin hat in seiner Zuschrift mögliche richtige Ansatzpunkte, echte Alternativen aufgezeigt. Grenzenloses Wachstum (um im Wettbewerb zu bestehen) lässt nicht nur die wertvollen Ressourcen unseres Planeten vorzeitig schwinden, sondern hinterlässt auch für unser Klima äußerst schädliche Spuren!

Wolfgang Mengel, Stralsund

 

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