Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Sammlungsbewegung

12.09.2018, Dr. H. Bomke, Schwerin

Was drei demokratisch gewählte Parteien hinsichtlich einer Koalitionsregierung nicht schaffen, im Grunde auch nicht konsequent wollten, will neuerdings die neue »Sammlungsbewegung« zumindest befördern. Auch wenn die Linke-Politikerin Wagenknecht größtenteils vernünftige politische Ansichten vertritt, schließt meiner Meinung nach ihre Bewegung den Charakter eines Phantoms, also eines Trugbildes, nicht aus. Auszuschließen ist nicht eine Schwächung ihrer Partei, in deren Reihen es ohnehin Uneinigkeit zwischen den Partei- und den Fraktionsvorsitzenden gibt, auch bezüglich der neuen »Sammlungsbewegung«. Nachdenklich stimmt auch die politische Herkunft mancher Initiatoren. Ein ehemaliger Staatsminister, der die Kriege in Jugoslawien und Afghanistan mittrug, oder eine Oberbürgermeisterin, die bei der SPD-Wahl die am ehesten geeignete Frau Nahles als Parteivorsitzende verhindern wollte – solchen Leuten kann ich kaum vertrauen. Geben wird es zusätzliche Demonstrationen, Polizeieinsätze. Es gibt genügend Parteien, in denen interessierte Bürger ihre politische Heimat finden können, meine ich. Es wird somit keine gesonderte »Bewegung« benötigt. Wie die Geschichte zeigt, sind derartige Aktionen nach einsetzender Ernüchterung kaum von längerer Dauer.

Dr. H. Bomke, Schwerin

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