Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Russland könnte zur Bedrohung werden?

06.11.2018, Hartwig Niemann, Rostock

Eine mögliche Bedrohung der europäischen Staaten durch Russland, die der französische Präsident Macron für möglich hält, halte ich für absurd. Aus diesen Gründen seine Forderung zur Bildung einer gemeinsamen europäischen Armee zu erreichen, würde nur für die Waffenlobby von außerordentlicher Bedeutung werden. Was bildet dieser Präsident sich eigentlich ein. Zur Bildung so einer europäischen Armee gibt es weder Bezugspunkte zum Ersten Weltkrieg und auch nicht zum Zweiten Weltkrieg. Die Ursachen dieser beiden Kriege sind nie von Russland ausgegangen. Anscheinend hat dieser Präsident während der Schulzeit nicht am Geschichtsunterricht teilgenommen.

Als Begründung seiner Vorstellung zur Bildung einer gemeinsamen europäischen Armee führt Präsident Macron noch einen zweiten Gesichtspunkt an, der aus seiner Sicht an die Behauptung gebunden wird, dass sich die europäischen Staaten nicht mehr auf die USA verlassen können. Er stellt demnach die weitere Notwendigkeit der NATO in Frage.

Im Ergebnis seiner gegenwärtigen Vorstellungen würde sich folgender militärischer Modus ergeben: Alle europäischen Staaten haben zur Zeit noch eine eigene Armee. Die NATO existiert noch. Wenn jetzt noch eine gemeinsame europäische Armee dazu kommt, stellt man sich doch die Frage, sollen dann die eigenen staatlichen Armeen und die NATO aufgelöst werden? Das könnte zu chaotischen Zuständen führen, wenn es um den Einsatz von Truppen geht, die möglicherweise gegen Russland kämpfen sollen. Damit rechnet dieser Präsident doch - oder?

Und wer entscheidet über den Einsatz von Atombomben, die noch in Büchel liegen, oder sich im Besitz von Frankreich befinden.

Ich habe für seine Vorstellungen nur eine Antwort: Versuchen sie es doch einmal auf diplomatischen Wegen mit Russland klar zu kommen und hauen sie nicht immer gleich auf die Pauke. Ihre Überheblichkeit ist für mich persönlich purer Unsinn.

 

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.