Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Rundgang über den Lehrpfad an der Hundsburg am 20. Juni

27.06.2018, Wolfgang Schmidt, Rostock

Im 800. Jubeljahr der Hanse- und Universitätsstadt Rostock feiern wir zehn Jahre Lehrpfad an der Hundsburg (2008 bis 2018). Das war das Motto des diesjährigen Rundgangs. Schon das »Jubiläumsmagazin – Festmachen in Rostock« hat diesen Rundgang über den Lehrpfad an der Hundsburg genannt.

Die Hundsburg war 50 Jahre später als unsere Stadt als strategischer Punkt im Mittelalter erwähnt worden. Bei diesem Rundgang wollten wir ein wenig auf die zehn Jahre seit des Entstehens des Lehrpfades zurück blicken. Um es vorweg zu nehmen: es war ein wohltuender Rundgang. Aus dem besonderen Anlass waren die damaligen und heutigen Unterstützer des Grünamtes, der Warnowquerung und des STALU MM erschienen, die ich mit den ca. 45 Besuchern besonders herzlich begrüßte. Auch den Sponsoren des Organisationsbüros 800 Jahre Rostock, der Warnowquerung, der RGS in Form des Stadteilbüros möchte ich ein großes »Dankeschön« sagen. Ohne sie wäre der Rundgang so nicht möglich gewesen. Nachdem etwas zu der Ausgangsidee, den Anfängen und dem Aufbau des Lehrpfades gesagt wurde, überraschte ich Dr. Neubauer an der ersten Tafel mit der Bitte, etwas zum Parkkonzept zu sagen. Er nahm an und sprach u. a. davon, dass man nach dem Bau des Tunnels eine Vision verwirklichte. Der Fauna und Flora sollte in diesem Gebiet wieder eine Chance gegeben werden und die Bevölkerung, besonders in Rostock-Schmarl, ein kleines Gebiet bekommen, wo man sich wohl fühlen und ein wenig erholen konnte. Die Teilnehmer und der Besuch der Einwohner im Park an der Hundsburg bestätigen anschaulich, dass die angedachte Vision sich erfüllt hat. Wir gingen weiter zur Tafel »Die Besiedlung der Gemarkung Schmarl …« und stellten hier fest, dass diese in den vergangenen zehn Jahren nicht nur durch Graffiti, sondern auch durch Gewalt bis hin zu Schießübungen besonders verunstaltet wurde. Dabei sagt sie doch einiges zu unserer Herkunft bis zurück ins 9. Jh. v. Chr. aus. Unser Weg führte weiter zur Tafel »Warnowtunnel«. Hier bat ich die Leiterin Frau Osterkamp, etwas zu »ihrer« Tafel zu sagen. Sie sprach u. a. über die Entstehung, dass die vorausgesagte Anzahl der Tunneldurchfahrten nicht gleich eingetroffen sind und dadurch die Rückzahlung des Kredits von 30 auf 50 Jahre erhöht wurde. Die Tunnelfahrten steigen langsam an und die Erhöhung der Maut ergibt sich aus vielen Faktoren. So wird der Tunnel jährlich mit 1,5.Mio € überwacht, kontrolliert und ständig Reparaturen durchgeführt, um die Durchfahrsicherheit zu wahren. Ziel sei es, den Tunnel in den noch verbleibenden 35 Jahren ständig in einem ordentlichen Zustand zu erhalten, um ihn dann so der Stadt übergeben zu können. An der Tafel »Geschützter Landschaftsbestandteil ›Hundsburg« sagte Dr. Neubauer zunächst etwas zu dem etwa 9 ha großen Areal und wie wichtig es war, dieses Gebiet als geschützte Landschaft festzuschreiben, damit die Vielfalt der Kleinlebensräume und die seltenen Arten der Fauna und Flora erhalten bleiben. Dann legte Frau Ehrentraut sehr anschaulich die Gewohnheiten des Kuckucks als Brutparasit und die Folgen für die Jungvögel der Wirte dar und machte auf die Vielfalt der Vogel- und Pflanzenwelt in diesem Gebiet aufmerksam. An der neu aufgestellten Tafel des Grünamtes brachte Amtsleiterin Frau Dr. Fischer-Gäde besonders zum Ausdruck, dass das Grünamt darum ringt, die Grünflächen der Stadt und auch hier behutsam zu mähen. Damit sollen Tiere und Pflanzen Raum bekommen, um sich entwickeln und auszubreiten zu können. Gleichzeitig versuchen sie, Flächen zu finden, die renaturiert werden können, damit wir so der Umwelt noch besser gerecht werden als bisher. Als wir dann den Hügel Hundsburg »erklommen«, sahen wir freudig, dass sich auf der Hundsburg etwas getan hatte. Wir wurden von dem Team von Frau Dierck von der Schokoladerie Deprie freudig begrüßt und mit Getränken (es war sehr warm und Sonnenschein) und leckeren Happen verwöhnt. Als dritte Überraschung übergab Frau Ehrentraut Quizfragen zur Lösung und außerdem wurden noch Kugelschreiber mit dem Logo 10 Jahre Lehrpfad an der Hundsburg und 800 Jahre Hanse- und Universitätsstadt Rostock zum Ausfüllen der Fragen sowie ein dem Anlass entsprechend überarbeiteter Flyer an die Besucher überreicht. Die Preise für die Gewinner des Quiz waren kleine Beutelchen mit Blumenzwiebeln. Freudig begrüßten wir die beiden Koggen-Nachbauten aus Wismar und Lübeck, die zum Stadthafen Rostock unterwegs waren. Dem Ziel, einen kleinen Beitrag am Vortag des 38. Hansetages zu unserem 800-jährigen Geburtstag zu leisten, sind wir, denke ich gerecht geworden. Ich möchte mich noch einmal besonders bei den Teilnehmern/-innen und den Vortragenden, und auch ganz herzlich bei Frau Dierck mit ihrem Team von der Schokoladerie Deprie bedanken.

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